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Vorstoß beim Kultusminister geplant / SPD: 80 Prozent Ablehnungsbescheide sind "prekär"

Neue IGS? Bartling fordert Ausnahmeregelung

Landkreis (ssr). Der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Heiner Bartling will sich kurzfristig bei Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann (CDU) für eine Schaumburger Ausnahmeregelung in Sachen IGS-Neugründungsverbot einsetzen. Diese Unterstützung hat Bartling dem Kreiselternrat auf Bitten des SPD-Unterbezirksvorstandes zugesagt.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 07:09 Uhr

Heiner Bartling

Die Schaumburger SPD bezeichnet die Anmeldesituation an der Integrierten Gesamtschule mittlerweile als "prekär". In den vergangenen Tagen haben 414 Eltern einen Ablehnungsbescheid erhalten. Damit konnten 80 Prozent der für das kommende Schuljahr angemeldeten Kinder nicht berücksichtigt werden. Die Situation sei nicht neu, so die SPD in einer Pressemitteilung; bereits seit Jahren könnten aus Platzmangel nur ein Viertel bis ein Drittel der Anmeldungen berücksichtigt werden. "Der Grund für das Dilemma" sei das von Busemann im Schulgesetz verankerte Errichtungsverbot für Gesamtschulen. Dies verwehrt dem Landkreis Schaumburg als Schulträger die Errichtung einer zweiten IGS. "Es ist tragisch, dass in Niedersachsen nur das überkommene dreigliedrige Schulsystem als Alternative zur Verfügung steht", bedauert Udo Husmann, der schulpolitische Sprecher des SPD-Unterbezirks Schaumburg. Dessen "pädagogische Ungeeignetheit zur individuellen Förderung" sei durch mehrere internationale Studien nachgewiesen. "Um Schaumburg zukunftsfähig zu machen, brauchen wir ein Schulsystem, das die Befähigungen unserer Kinder individuell fördert und nicht Schullaufbahnen nach dem sozialen Status ihrer Eltern zuweist", machte der Schaumburger SPD-Chef Karsten Becker deutlich. Das derzeit bestehende "starre dreigliedrige Schulsystem aus der Ständegesellschaft des vorletzten Jahrhunderts, das von der CDU nach der letzten Landtagswahl wieder eingeführt wurde, vergeudet Bildungsressourcen". Die SPD Schaumburg setze sich daher für eine stärkere individuelle Förderung der Schüler im Rahmen einer längeren gemeinsamen Schulzeit ein. Mit Blick auf die "prekäre" akute Lage an der IGS hat der Vorstand Bartling gebeten, sich kurzfristig bei Busemann für eine Aufhebung des Errichtungsverbotes für IGS einzusetzen oder mindestens eine Ausnahmeregelung für den Schaumburg zu erwirken. "Wir brauchen mehr Gesamtschulen - der Elternwille darf nicht mit den Füßen getreten werden", sagte Bartling dem Kreiselternrat seine volle Unterstützung zu. Zum Thema



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