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40 000 Quadratmeter sind noch frei / Entwicklungskonzept für Rehren - das meinen die Ratsparteien

Neue Gewerbeflächen in Richtung Escher?

Rehren (la). Zurzeit werben der Landkreis Schaumburg und die Gemeinde Auetal für ihre 40 000 Quadratmeter große Fläche rund um den Werbeturm im Gewerbegebiet. "Das ist die letzte freie Fläche, und wir müssen uns Gedanken machen, wie das Gewerbegebiet langfristig zu erweitern ist", sagt Bürgermeister Thomas Priemer. Dabei denkt er an ein Entwicklungskonzept für Wohn- und Gewerbegebiete im Grundzentrum Rehren.

veröffentlicht am 07.09.2007 um 00:00 Uhr

In welche Richtung kann das Gewerbegebiet in Rehren erweitert we

10 000 Euro stehen im Investitionsplan 2007 bis 2010 für ein Entwicklungskonzept bereit. "Wir müssen planerisch die Weichen für die nächsten zehn Jahre stellen. Daher muss im Rat darüber diskutiert werden, welches Büro wir damit beauftragen", so Priemer. Schließlich würde eine Umsetzung von Plänen eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, da unter Umständen Flächennutzungs- und Bebauungspläne geändert werden müssten. Die Ratsparteien sehen ebenfalls die Notwendigkeit des Gewerbegebietes, machen aber unterschiedliche Vorschläge und setzen andere Prioritäten. Für die CDU-Fraktion hat die Vermarktung der noch vorhandenen kreiseigenen Fläche oberste Priorität. "Wir hoffen auf neue Investoren, die durch das am Werbeturm angebrachte Vinyl-Tuch mit der entsprechenden Werbung auf freie Gewerbeflächen an der A 2 aufmerksam werden", erläutert der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinrich-Jürgen Ebeling. "Wir sind uns mit dem Bürgermeister zudem einig, dass möglichst produzierendes Gewerbe angesiedelt werden sollte, um neue Arbeitsplätze zu schaffen und Steuermehreinnahmen zu bekommen", so Ratsherr Torben Sven Schmidt. "Reine Abstellflächen für Fahrzeuge brauchen wir nicht!" Die CDU wolle die Gemeindeverwaltung durch einen Arbeitskreis unterstützen, was allerdings vom Bürgermeister abgelehnt worden sei. Bei einer Erweiterung des Gewerbegebietes muss nach den Worten von Ratsmitglied Friedrich Gärling auch die Problematik bezüglich Parkflächen und Sanitäranlagen für Lkw geregelt werden. "Die Lkw-Fahrer müssen in den Nächten natürlich Schlafmöglichkeiten haben. Aber dafür sind Gewerbegebiete nach unserer Auffassung nicht geeignet. Immerhin muss ein großer Teil dieses Verkehrs direkt durch Rehren fahren", so Thorsten Niedert. Nach Ansicht der CDU-Fraktion sollten neue Parkmöglichkeiten direkt an der Autobahn geschaffen werden. Dieses Anliegen will die CDU an die für Schaumburg zuständige CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Brüning weitergeben. Die CDU-Fraktion könnte sich eine langfristige Erweiterung des Gewerbegebietes über die kreiseigene Fläche hinaus in Richtung Norden zum Pustweg vorstellen. "Eine Erweiterung in Richtung der Wohnbebauung in Rehren oder Escher ist nach ersten Vorstellungen abzulehnen", so CDU-Ratsherr Christian Wenthe. Jedoch seien die für ein Entwicklungskonzept erforderlichen Planungen abzuwarten. Wichtig sei der CDU, die möglicherweise auftretenden Probleme der Versieglung von Flächen bezüglich der Hochwassersituation entlang der Aue zu beachten. Die WGA fordert eine engagierte Vermarktung der landkreiseigenen Freifläche und des bestehenden Leerstandes im Gewerbegebiet. "Wenn sich eine Auslastung des Gewerbegebietes abzeichnet, sollte das Gebiet langfristig in Richtung Escher erweitert werden", sagte Siegbert Held (WGA). Hier sei aber die zusätzliche Verkehrsbelastung für Rehren zu beachten. "Es kann nicht der gesamte Autobahn-Verkehr aus Richtung Dortmund durch den Ort geleitet werden", so Held. Eine Vision der WGA sei eine Erschließung von Escher her. "Allerdings dürfte diese nicht über den Bültenbrink führen", sagt Held. Die WGA schlage vor, zunächst ein Entwicklungskonzept für Rehren erstellen zu lassen, in dem auch eine mögliche Erweiterung des Gewerbegebietes genauestens untersucht wird. Für die SPD-Fraktion scheint die Erweiterung des Gewerbegebietes in Richtung Escher, beziehungsweise Pustweg, die richtige Alternative zu sein. "Eine Zersiedlung ist zu vermeiden", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende, Hans-Jürgen Bethge. Die vorhandene Anbindung in diese Richtung müsse genutzt werden. Berücksichtigt werden müssten dabei die landwirtschaftlichen Gegebenheiten. "Die Schaffung von weiteren Arbeits- und Ausbildungsplätzen ist für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Auetals unbedingt erforderlich. Die Attraktivität des Gewerbegebietes könnte gesteigert werden, wenn die Abfahrt der A 2 aus Richtung Westen direkt ins Gewerbegebiet geführt werden könnte", sagt Bethge. Die Flächen nördlich der Landesstraße im Bereich der Schule seien aus städtebaulicher Sicht für die Wohnbebauung vorzusehen. So könnten Konflikte aus der Nutzung vermieden werden. Auch könnten die Versorgungseinrichtungen von dort gut erreicht werden. "In den Ortschaften werden landwirtschaftliche Gebäude teilweise nicht mehr genutzt und stehen zum Teil leer. Es stellt sich die Frage, ob nicht in bestimmten Bereichen eine Nutzung durch Kleingewerbe möglich gemacht werden kann", schlägt Bethge vor. Rolf Wittmann (Bündnis 90/Die Grünen) gibt zu bedenken, dass die Flächen vom Gewerbegebiet in Richtung Escher Ausgleichsflächen für das bestehende Gewerbegebiet seien, hier seien bereits Biotope mit seltenen Pflanzen und Tieren angesiedelt. "Das kann man nicht einfach wieder aufheben", so Wittmann. Zunächst solle geprüft werden, wie viel Gewerbefläche überhaupt noch möglich und notwendig sei. "Wenn erweitert wird, dann dürfen dort nur solche Betriebe angesiedelt werden, die nicht viel Verkehr nach sich ziehen. Rehren ist schon zu sehr belastet", meint Wittmann.



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