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Ortsrat erwägt Wählergemeinschaft

Neue Fraktion am Taubenberg?

Taubenberg (pk). Weil es den Ortsratsfraktionen nur noch leidlich gelingt, genügend Kandidaten für die Wahlliste zu gewinnen, steht jetzt die Gründung einer parteiübergreifenden Wählergemeinschaft Taubenberg im Raum.

veröffentlicht am 07.03.2016 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 15.08.2016 um 14:29 Uhr

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Taubenberg. Dass es für den Ortsrat Taubenberg schwer werden würde, einen neuen Kandidaten für das Amt des Ortsbürgermeisters zu finde, hat sich bereits seit Längerem abgezeichnet. Der amtierende Ortsbürgermeister Markus Meier (SPD) hatte schon Anfang des Jahres erklärt, dass er für dieses Amt bei der diesjährigen Kommunalwahl nicht erneut kandidieren wolle (wir berichteten). Jetzt wurde deutlich, dass die im Ortsrat bislang dominante SPD-Fraktion sogar Mühe haben würde, eine eigene Wahlliste aufzustellen. Deshalb soll nun eine parteiübergreifende Wahlgemeinschaft Taubenberg entstehen.

Als sich abzeichnete, dass die Sozialdemokraten vom Taubenberg Schwierigkeiten bekommen würden, genügend Kandidaten für die Wahlliste zusammenzubekommen, ergriffen ausgerechnet die altgedienten SPDler Dieter Budde und Friedrich Sellmann die Initiative. Dieter Budde aus Goldbeck war für eine Dauer von mehr als zwei Jahrzehnten Ortsbürgermeister vom Taubenberg, was ihm die Bezeichnung „Fürst von Goldbeck“ einbrachte, und ist heute Verwaltungsstellenleiter. Friedrich Sellmann ist seit geraumer Zeit Verwaltungsstellenleiter in Friedrichswald und inzwischen Vorsitzender des Taubenberger SPD-Ortsvereins. Wie Budde gestern im Gespräch mit unserer Zeitung sagte, geht die Idee für eine Einheitsliste auf Sellmann und ihn zurück.

„Der SPD-Ortsverein hat bereits eine Sitzung gemeinsam mit den beiden fraktionslosen Ortsratsmitgliedern Stefan Eggert-Edeler und Wilfried Kampmeier abgehalten und die Frage für eine Einheitsliste erörtert“, so Budde. Eggert-Edeler und Kampmeier waren Ende 2012 aus der CDU ausgetreten, da sie mit der Haltung ihrer Partei zur Frage des Dorfgemeinschaftshauses in Uchtdorf nicht einverstanden waren. Seitdem saßen sie als Partei- und Fraktionslose im Ortsrat. Während Eggert-Edeler erneut für den Ortsrat kandidieren will, wolle Wilfried Kampmeier sich nicht mehr aufstellen lassen. Eggert-Edeler hatte zuletzt noch mit einem Aushang im Dorf dazu aufgerufen, sich im Ortsrat zu engagieren. Ohne Erfolg. Aufgrund der zunehmenden Schwierigkeit, Kandidaten zu finden, die sich parteipolitisch für ihren Ortsteil engagieren, entstand die Idee für eine parteiübergreifende Einheitsliste: die Wählergemeinschaft Taubenberg.

Budde betont, dass es sich dabei um eine „neutrale Liste“ handele, die im Übrigen in keinerlei Verbindung zur Wählergemeinschaft Schaumburg stehe. In einem Wahlbezirk mit mehreren Ortseilen käme eine parteiübergreifende Fraktion den Ortschaften nur zugute, so Budde. Bei vier Ortsteilen (Friedrichswald, Goldbeck, Uchtdorf und Wennenkamp; Anm. Red.) mache eine Einheitsliste vieles einfacher. „Die Liste ist neutral. Jeder kann mitmachen“, sagt Budde, der glaubt, dass dann auch das „ganze Parteigezänke“ außen vor bliebe. Immerhin habe er selbst bereits gute Erfahrung mit diesem Modell gemacht: als Teil der Wählergemeinschaft Taubenberg, die von 1974 bis in die späten 80er Jahre existierte. Allein Dietmar Vogt, der im Ortsrat Taubenberg als Einzelner die Grünenfraktion bildet, will sich der Wählergemeinschaft nicht anschließen. „Ich möchte im Ortsrat weiterhin auch die Interessen der Grünen vertreten“, so Vogt.

Laut Jörg Schmieding von der Stadt Rinteln steht einer Gründung einer Wählergemeinschaft nichts im Wege. Der Wahlvorschlag müsse nur bis zum 25. Juli bei der Kommune eingereicht werden. Der sollte gestern Abend im Dorfgemeinschaftshaus Goldbeck erarbeitet werden. Das Ergebnis lag bis Redaktionsschluss jedoch noch nicht vor.pk



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