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Linsingenkaserne

Neue Denkweise ist gefragt

Z: „Einmütig für Abriss der Mensa“, vom 18. Juli, und zu: „Was macht das Linsingen-Gelände zum Campus?“, vom 18. Juli
Der Abriss der Mensa erfolgt, weil sie zu groß ist und irgendwie im Weg steht, für die Umsetzung eines Schulkonzeptes, das noch gar nicht konkret vorliegt. Gleichzeitig soll ein Konzept für einen Begegnungsort auf dem geplanten Bildungs- und Gesundheitscampus erarbeitet werden, mit der Zielsetzung „read and eat“.

veröffentlicht am 24.07.2020 um 21:56 Uhr

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Die gleichen Entscheider, die soeben den Abriss der Mensa beschlossen haben, überlegen dafür die Variante „größer zu denken“ und einen gemeinsamen Treffpunkt für das Quartier für kulturelle Veranstaltungen auf dem Campus zu finden. Das Ganze wird als „gesellschaftliches Leuchtturmprojekt“ gefeiert.

Ein Leuchtturm warnt gemeinhin vor Gefahr, und dieser blinkt unübersehbar in den Himmel: Wir haben es noch nicht verstanden, dass der Zustand der Welt auch von unseren lokalen Entscheidungen abhängt! Der Abriss eines Gebäudes produziert Bauschutt, der irgendwo hin muss. Der Aufbau eines Gebäudes benötigt Beton, der aus Gesteinsabbau gewonnen wird und dessen Herstellung extrem klimaschädlich ist. In Salzhemmendorf kämpfen Bürger um den Erhalt ihrer Lebensqualität. Direkt vor ihrer Haustür droht eine Sondermülldeponie für Bauschutt errichtet zu werden.

Der ungeheure Ressourcenbedarf für immer neue Baumaßnahmen frisst gleichzeitig die Natur im Thüster Berg. Beide Maßnahmen werden einen unter anderen starken LKW-Verkehr hervorrufen, der in den Dörfern Schaden für Gesundheit und Gebäude bedeutet. Auch wenn die Ursachen natürlich nicht „der Bauschutt“ und genau „der Beton“ sind, die für das oben genannte Abriss- und Bauvorhaben anfallen, zeigt es doch, dass eine kreative Lösung hinsichtlich der Mensa (oder sogar des gesamten Linsingen-Geländes) zukunftsorientierter gewesen wäre als eine reine Kostenbetrachtung, und es dringend einer Sichtweise bedarf, die ernsthaft – von der Wiege bis zur Bahre – in Energie-, Ressourcen- und Wertkreisläufen denkt. Die Vermeidung zum Prinzip erhebt, und die nicht nur einen „Nachhaltigkeitsaufkleber“ an irgendeine Gebäudecke klebt. „Aus der Not eine Tugend machen“ ist ein Gestaltungsprinzip, das sich dem einfachen, aber phantasielosen und längst nicht mehr angebrachten „Wisch- und-Weg“ in den Weg stellt. Es ist ein pragmatischer Ansatz, der Gestaltungsspielraum keineswegs einengt, sondern im Gegenteil, ganz neue Ideen hervorbringt. Und wenn er von Anfang an als Selbstverständlichkeit gedacht wird, ergibt sich auch ein anderer Kostenvergleich als der, der im Mensa-Fall als Hauptargument angebracht wurde.



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