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Bongossi-Bohlen teuer und derzeit nicht lieferbar / Politiker jetzt für Tannenholz / Lösung am Englischen Garten bewährt

Neue Boulebahnen: Rat Heeßen lernt von Bad Eilsen

Heeßen (tw). Umdenken im Gemeinderat Heeßen: Weil das für den Bau der zwei Boulebahnen ins Auge gefasste Bongossi-Holz derzeit nicht lieferbar ist, haben die Bürgervertreter unter Vorsitz von Wilhelm Brümmel (CDU) einstimmig entschieden, die Umfassung der Anlage aus getränkten Rundhölzern zu errichten. Den entsprechenden Antrag hatte Manfred Schönenborn (CDU) gestellt.

veröffentlicht am 30.10.2006 um 00:00 Uhr

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Wie berichtet, hatte Gemeindedirektor Heinz Wischnat dem Rat Anfang Oktober erklärt: "Wir prüfen, ob wir die nötigen Bohlen gemeinsam mit dem Holz bestellen, das der Kindergarten zur Reparatur seiner Spielgeräte benötigt." Die Kosten betragen nach vorsichtigen Berechnungen 1400 Euro pro Kubikmeter Holz zuzüglich Mehrwertsteuer; etwa 1,6 bis 2,2 Kubikmeter würden benötigt. Ein Preis, bei dem sich der Rat damals unisono auf den Hosenboden setzte. Indes: "Die Lieferung des Bongossis gestaltet sich schwierig", so Wischnat jetzt; offenbar gebe es derzeit einen Engpass auf dem Weltmarkt, der dazu führe, dass 2006 nichts mehr zu erwarten sei. Abgesehen davon hätte der Lieferant die Formate respektive Längen, die Heeßen für den Bau der Boulebahnen braucht, nicht auf Lager. Allerdings habe die Firma zugesagt, "gleichwertigen Ersatz" in einer ähnlichen Holzart anbieten zu können. Doch auch dafür würde der Preis "all inklusice" bei 3000 bis 5000 Euro liegen ... Schönenborn indes brachte den Knoten zum Platzen: "Warum", so der Ratsherr, "muss es eigentlich Bongossi oder Ähnliches sein?". Der Christdemokrat führt das Beispiel Bad Eilsen an: "Die dortigen Boulebahnen am Englischen Garten sind mit einfachen Tannenstämmen eingefasst." Die zum Schutz vor Fäulnis getränkten Rundhölzer seien weitaus preiswerter als alles, was - wie Bongossi - aus den Tropen komme. Schönenborn: "Sollten die Tannen nach acht bis zehn Jahren dennoch verfault sein, können wir sie einfach austauschen." Charme dieser Lösung aber auch: Da Tannen immer auf Lager sind, gibt'skeine Lieferengpässe. Die Boulebahnen in Heeßen könnten somit noch 2006 fertig werden. Der Vorschlag stieß bei den Politikern auf offene Ohren. Zwar wurde die Anregung von Gerhard Hasse verworfen, Telegraphenmasten für diesen Zweck zu nutzen - besagte Masten sind, wie Bahnschwellen auch, mit Teer getränkt und dürfen deswegen nicht mehr verbaut werden. Aber die Lösung mit den Tannen klang so überzeugend, dass niemand mehr nach dem Preis fragte. Der Bauhof, so die übereinstimmenden Meinung, soll die Sache schnellstmöglichst in die Hand nehmen. Übrigens apropos Hand: Für Helga Voigt (SPD) war's jetzt das letzte Mal, dass sie dieselbe als Ratsfrau hob. Nachdem sie für die Kommunalwahl am 10. September nicht mehr kandidiert hatte, wurde die von den Kollegen liebevoll "Handarbeits- und Bastelministerin" genannte Heeßerin jetzt von Brümmel und Wischnat mit einemBlumenstrauß und einer Urkunde verabschiedet. Voigt hatte dem Gemeinderat seit 1991 und damit 15 Jahre angehört. Von den Ratskollgen und -Kolleginnen gab's eine hölzerne Schlachteplatte, drapiert mit Essensgutscheinen, als Präsent.

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