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Einstimmiger Beschluss im Samtgemeinde-Ausschuss / Vierstelliger Betrag / Unbürokratische Hilfe

Neu: "Schulfonds" für Kinder mittelloser Eltern

Eilsen (tw). Schöner Zug der Eilser Politiker: Sie wollen einen "Schulfonds" für bedürftige Kinder aus der Samtgemeinde einrichten, deren Eltern mittellos sind. Das Geld, mit dem dieser Fonds bestückt wird, soll im Haushalt 2008 bereit gestellt werden und auch in den Folgejahren fließen. Der entsprechende Beschluss, zu dem ein Appell von DGB-Sekretär Steffen Holz den Anstoß gab, fiel bei der jüngsten Zusammenkunft des Samtgemeinde-Ausschusses einstimmig.

veröffentlicht am 20.09.2007 um 00:00 Uhr

"Die genaue Höhe der Summe steht noch nicht fest, aber es wird sicherlich ein vierstelliger Betrag werden", sagt Bernd Schönemann. Der Eilser Bürgermeister betont: "Die Betroffenen sollen das Geld unbürokratisch erhalten - also ohne, dass sie dafür erst der Länge und Breite nach Anträge ausfüllen müssen." Schule und Schulelternrat in Heeßen wüssten am Besten, wer als Empfänger in Frage kommt. Dabei ist das Geld nicht nur für die Grundausstattung gedacht, die insbesondere Erstklässler brauchen; es soll laut Schönemann auch zum Bestreiten der Kosten von Klassenfahrten verwendet werden dürfen. Ein - mögliches - Denkmodell: "Das Geld erhalten nicht die Eltern der Kinder. Vielmehr könnte es die Schule bekommen, diedas von den Kindern benötigte Material einkauft und den Bedürftigen unter den Steppkes gibt", so der Samtgemeindebürgermeister. Durch die Lösung könne sicher gestellt werden, dass die Mittel nicht zweckentfremdet werden. Darüber hinaus dürfe die Schule bei Mengenbestellungen auch noch mit Rabatt rechnen. Wie berichtet, hatte sich DGB-Sekretär Holz zum Schulbeginn an die Schulträger im Landkreis gewandt und angeregt, Schulfonds für einkommensschwache Familien einzurichten. Die Schaumburger SPD hatte sich dem Vorstoß angeschlossen und zum "Gipfeltreffen" mit allen Bürgermeistern geladen. "Ohne Schulsachen lernt es sich schlecht", begründete Holz Ende August seine Forderung. Aus dem Fonds sollen die Kosten für Schulsachen wie Ranzen, Füller, Hefte und Turnbeutel erstattet werden. Gerade für ABC-Schützen sei der erste Schultag ein aufregendes Ereignis, auf das sie sich freuen. Für Eltern hingegen sei die Einschulung eine teure Sache: Die Grundausstattung für ein Schulkind mit Tornister, Federmäppchen, Farbkasten und Sportschuhen koste rund 180 Euro. Die laufenden Ausgaben für Tintenpatronen, Hefte oder Kopien pro Schuljahr summierten sich auf mindestens 50 Euro. In höheren Schulstufen überstiegen sie schnell 100 Euro, wenn etwa Kosten für Exkursionen, Eintrittsgelder oder für einen grafikfähigen Taschenrechner anfielen. "Schule kostet Geld - Geld, das Hartz-IV-Bezieher und Arbeitnehmer mit kleinen Verdiensten nicht haben" sagte der DGB-Sprecher. Im Hartz-IV-Satz von monatlich 208 Euro für Kinder im Alter bis zu 14 Jahren seien keine Ausgaben für Schulsachen vorgesehen, für Schreibwaren im Allgemeinen lediglich 1,64 Euro. "Das reicht gerade mal für einen Bleistift und ein Radiergummi, aber schon nicht mehr für ein Päckchen Patronen" so Holz. Als eine der ersten Kommunen im Landkreis hatte die Samtgemeinde Nienstädt zur Einschulung der Erstklässler einen Schulfonds aufgelegt. Dort hatte der Samtgemeindeausschuss beschlossen, dass Erziehungsberechtigte mit geringem Einkommen für die Einschulung ihrer Kinder Beihilfen in Höhe von 100 Euro bekommen können. Über die neue Unterstützung sind die Eltern der 116 Erstklässler an der Grundschule Nienstädt per Brief informiert worden. Geschätzt wird, dass in Nienstädt knapp 20 Prozent der Eltern für die Beihilfe in Frage kommen.



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