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Kurs sinkt auf bis zu 65 Cent / Unternehmenssprecher: "Nichts fundamental Neues" / Zwei Klagen

Neschen-Aktie verkommt zum Penny-Stock

Bückeburg (rc). Die Neschen AG ist in den vergangenen Tagen zum Penny-Stock verkommen. Im Mittel wurde sie an den deutschen Börsenplätzen auf 72 bis 75 Cent taxiert, im Xetra-Handel, dem elektronischen Handel an der Frankfurter Börse, sank sie sogar auf 65 Cent. Seit der außerordentlichen Hauptversammlung Anfang November hat die Aktie damit weiter erheblich an Wert verloren. Bis in den Dezember hinein wurde sie noch mit rund 1,10 Euro bewertet, um den Jahreswechsel herum schon mit nur noch 90 bis 95 Cent.

veröffentlicht am 24.01.2008 um 00:00 Uhr

Wie der bei Neschen für den Bereich "Investor Relations" zuständige Sprecher Jan Marzinowski auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, gebe es keine Erklärung für den Kursverfall: "An den fundamentalen Unternehmensdaten hat sich nichts geändert." Auch größere Aktienpakete seien nicht verkauft worden. Marzinowski spekulierte, dass das Verschicken der Depotmitteilungen der Banken zu Jahresbeginn den Kursrutsch ausgelöst haben könnte und sich Aktionäre beim Anblick des Auszugs von den Neschen-Papieren getrennt haben: "Einige trauen uns nicht mehr mächtig etwas zu." Auch das fehlende Jahresergebnis - es soll Ende März veröffentlicht werden - könnte eine weitere Ursache sein Die 65 Cent im Xetra-Handel bezeichnete er als "nicht unbedingt marktüblich". Bei diesem Verkauf - er schickte die Neschen-Aktie um 40 Cent nach unten - hätten lediglich 200 Aktien den Besitzer gewechselt. Er gehe davon aus, dass ein unerfahrener Anleger seine Aktien ohne Limit verkauft habe. Wie Marzinowski zur Neubesetzung des Technik-Vorstandes mitteilte, werde sich diese noch einige Monate hinziehen: "Es ist nicht ganz so einfach." Wie berichtet, hatten sich Technik-Vorstand Martin E. Davies und die Neschen AG Anfang Dezember im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. In der vor dem Landgericht Hannover anhängigen Anfechtungsklage gegen sämtliche Beschlüsse der Hauptversammlung der Neschen AG wegen formaler Fehler ist für Anfang Februar ein weiterer Erörterungstermin anberaumt worden. Ob am 5. Februar ein Verkündungstermin bekannt gegeben wird, ließ ein Gerichtssprecher auf Anfrage unserer Zeitung offen. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung Ende November 2007 hatte sich der Neschen-Vorstand optimistisch gezeigt, dass diese Klage abgewiesen wird. Vor den Wirtschaftskammern des Landgerichts Hannover ist seit Anfang des Jahres noch eine zweite Klage anhängig, die die Vermögensverwaltung Erben Dr. Goldschmidt (VVG) eingereicht hat. Sie klagt gegen die Ablehnung der von der VVG beantragten Sonderprüfung durch die außerordentliche Hauptversammlung. Das teilte VVG-Geschäftsführer Frederick Freiherr von Dörnberg auf Anfrage mit. Die VVG ist dergrößte Anteilseigner der Neschen AG und hält nach eigenen Angaben derzeit etwas über 25 Prozent der Neschen-Aktien.

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