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Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal / Finanzkrise und Kreditzinsen drücken

Neschen AG wird 2008 wieder Minus machen

Bückeburg (rc). Die Neschen AG wird die für dieses Jahr gesteckten Wachstums- und Gewinnziele nicht mehr erreichen, sondern einen Verlust ausweisen: "Aus heutiger Sicht wird ein Verlust nicht zu vermeiden sein." Diese Prognose gab d er Vorstand in den gestern veröffentlichten Kennzahlen zum dritten Quartal. Als Grund nannte der Vorstand die Zuspitzung der Finanzkrise sowie - die bis vor wenigen Tagen - Stärke des Euros und den Anstieg der Rohölpreise. Dies hätte zu Umsatzrückgängen vor allem in den USA, Großbritannien und Asien geführt. Zudem muss der Konzern statt 4,2 Millionen Euro Zinsen zur Bedienung seiner Schulden nun 5,6 Millionen Euro aufbringen, weil ein vom vormaligen Bankenkonsortium gewährter Sanierungszinssatz weggefallen und der Basiszinssatz gestiegen ist. Die 1,4 Millionen Euro Mehraufwand schlagen direkt auf das Unternehmens-Ergebnis durch.

veröffentlicht am 13.11.2008 um 00:00 Uhr

Das Ergebnis nach Steuern lag mit einem Minus von 3,7 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von minus zwei Millionen Euro. Während der Rückgang des Rohertrags in Höhe von 1,5 Millionen Euro vor allem durch Einsparungen im Sachkostenbereich kompensiert werden konnte, wirkt sich der Zinsaufwand direkt aus. Im Vergleich zum Vorjahr (94,8 Millionen) belief sich der Umsatz im dritten Quartal auf 91,7 Millionen Euro. Währungsbereinigt liege er aber in etwa auf dem Vorjahresniveau, so die Neschen AG. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz wie im Vorjahr erwartet. Die Umsatzrendite vor Steuern liegt bei minus 3,3 Prozent (Vorjahr bereinigt: minus 1,1 Prozent). Die Zielsetzung "Wachstum" hat der Konzern für dieses Jahr aufgegeben. Dies liege zum einen daran, dass sich die Markteinführung neuer Produkte verzögert habe. Zum anderen werde sich die Abschwächung der weltweiten Konjunktur stark auf die Werbewirtschaft und damit auch auf den grafischen Markt auswirken. Hoffnungen werden nun auf 2009 gesetzt, denn in den vergangenen Wochen konnte einige wichtige, verheißungsvolle Entwicklungsprojekte abgeschlossen werden. So ist die Buchentsäuerungsanlage fertiggestellt und wird derzeit eingefahren. Auch im Bereich der Buchschutzfolien wurden kosten- und preisgünstige Alternativprodukte entwickelt, die den Export forcieren sollen. Die Entwicklung hochglänzender Möbelfolien ist abgeschlossen, wichtige Kunden konnten gewonnen werden. Fazit: "Der Vorstand blickt verhalten optimistisch in die Zukunft."

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