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Grundstücksmarktbericht 2007: Große Differenz bei Baulandpreisen / Entwicklung insgesamt stabil

Nenndorf an der Spitze - Auetal als Schlusslicht

Landkreis (crs). Die mit Abstand begehrtesten Bauplätze des Landkreises liegen in Bad Nenndorf. Wer hier bauen will, zahlt durchschnittlich 84 Euro pro Quadratmeter Bauland, absoluter Spitzenwert in Schaumburg. Am anderen Ende der Skala liegen die Gemeinde Auetal und die Stadt Obernkirchen: Mit im Schnitt 43 Euro pro Quadratmeter sind Grundstückehier um beinahe die Hälfte günstiger. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2007 hervor, den Christina Brandt, Heinz-Dieter Obenhaus und Michael Broermann am Freitag im Katasteramt Rinteln vorgestellt haben.

veröffentlicht am 19.02.2007 um 00:00 Uhr

Stellen den Grundstücksmarktbericht 2007 vor: Michael Broermann

Die Attraktivität der Bauplätze spiegelt sich außer im Preis auch in der Anzahl der Vertragsabschlüsse wider. Mit 70 verkauften Grundstücken für den individuellen Wohnungsbau ist Bad Nenndorf auch hier Spitzenreiter - als Zweite in der Rangliste kommt die Stadt Bückeburg mit 37 Fällen nicht einmal näherungsweise an diesen Spitzenwert heran. Schlusslicht ist auch hier Obernkirchen, das genau wie die Samtgemeinde Sachsenhagen auf gerade mal acht Verkäufe zurückblickt. "Der Kurbad-Effekt ist das schon lange nicht mehr", sagt Heinz-Dieter Obenhaus, stellvertretender Vorsitzender des Gutachterausschusses, zu den Ursachen der besonderen Anziehungskraft Bad Nenndorfs. Die Nähe zu Hannover ist der wesentliche Standortvorteil: "In Bad Nenndorf haben Sie eine bessere Infrastruktur, zahlen aber zehn Prozent weniger." Angesichts steigender Spritpreise würden zudem die schnelle Anbindung über die A 2 oder ein guter Bahnanschluss zu immer wichtigeren Momenten bei der Wahl des Bauplatzes. An Bauland herrscht kein Mangel in Schaumburg: "Zwischen 600 und 1000 Grundstücke stehen erschlossen zum Verkauf bereit", spricht Michael Broermann von einem guten Baulandangebot in allen Städten und Gemeinden. Und: Wer in Schaumburg baut, baut günstig. Durchschnittlich 68 Euro pro Quadratmeter kosteten im Jahr 2006 die Bauplätze im Landkreis (2005: 67 Euro/qm). "In einigen Teilen Süddeutschlands könnten Sie da noch mal eine Null hinterhängen", verweist Obenhaus auf in Bayern oder Baden-Württemberg "völlig übliche" Grundstückspreise von 250 bis 500 Euro pro Quadratmeter. Der Verkauf von Bauplätzen macht etwa ein Fünftel des Grundstücksmarktes im Landkreis aus. Insgesamt sind in Schaumburg im vergangenen Jahr 271 Baugrundstücke verkauft worden (2005: 268), die durchschnittliche Größe betrug 730 Quadratmeter (2005: 785 Quadratmeter). Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1732 Vertragsabschlüsse auf dem Grundstücksmarkt registriert. Dabei machen bebaute Grundstücke mit 771 Fällen den Löwenanteil aus (45 Prozent). Außerdem wurden 420-mal unbebaute Bauflächen veräußert (24 Prozent), 293-mal Wohnungs- und Teileigentum (17 Prozent) sowie 208-mal land- und forstwirtschaftliche genutzte Grundstücke (12 Prozent). Insgesamt wechselten rund 605 Hektar Land für zusammen 175,8 Millionen Euro den Eigentümer - rund 0,9 Prozent der Landkreisfläche. Die Entwicklung auf dem Schaumburger Grundstücksmarkt ist stabil. Die Umsätze liegen knapp über dem Niveau des Vorjahres (plus ein Prozent), die Zahl der Vertragsabschlüsse ist leicht zurückgegangen (minus fünf Prozent). Auf den ersten Blick auffällig ist der um elf Prozent gestiegene Flächenumsatz: "Gerade in der Landwirtschaft wurden größere Flächen veräußert", erklärt Michael Broermann eine aus Sicht des Gutachterausschusses übliche Schwankung. Grundstückspreise: Das Preisniveau für gewerbliche Baugrundstücke ist seit Jahren relativ stabil und liegt im Jahr 2006 bei durchschnittlich 31 Euro pro Quadratmeter. Für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke zahlt der Erwerber zwischen 90 Cent bei Goldbeck und 2,50 Euro pro Quadratmeter rund um Rinteln, für Waldflächen ohne Bestand 50 Cent, mit Bestand 1,10 Euro. Und Gartenland kostet zwischen 2,50 und 20 Euro pro Quadratmeter. Haus- und Wohnungspreise: Ein- und Zweifamilienhäuser haben durchschnittlich 146 000 Euro gekostet, Reihenhäuser und Doppelhaushälften wurden für im Schnitt 127 000 Euro verkauft. Das Preisniveauüblicher Neubauwohnungen liegt bei rund 1800 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, für Seniorenwohnungen zahlt man mit 2090 Euro für die gehobene Ausstattung mehr. Auffällig ist der hohe Verlust beim Wiederverkauf: Nur noch 900 Euro pro Quadratmeter wurden hier erzielt - also ungefähr die Hälfte vom Neubauwert.

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