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„Nehmen klaren Auftrag für Gespräche mit“

Landkreis (crs). Emotional war die Personalversammlung der Krankenhäuser Rinteln und Stadthagen, lebhaft, gut besucht – und lang: Zweieinhalb Stunden haben die Mitarbeiter des Klinikums Schaumburg gestern Abend in Obernkirchen die aktuelle Situation im Tarifstreit beraten. Wie genau die Marschrichtung jetzt aussehen soll, darüber waren sich im Anschluss daran auch die Vertreter des Personalrats noch nicht ganz einig – zu bunt war das Meinungsbild, das ihnen mit auf den Weg gegeben wurde. Immerhin: „Wir haben den klaren Auftrag, Gespräche mit den Arbeitgebern zu führen“, bilanziert Verdi-Verhandlungsführerin Elke Nobel.

veröffentlicht am 27.05.2010 um 18:12 Uhr
aktualisiert am 04.12.2012 um 18:13 Uhr

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Ein einstimmiges Votum pro oder kontra Gehaltsverzicht ergab sich aus der Sitzung gestern Abend nicht. Als „bunte Mischung“ umreißt Elke Nobel die von den Mitarbeitern geäußerten Meinungen: „Ein breites Spektrum an Positionen ist hier heute Abend zur Sprache gekommen.“ Entsprechend ergebnisoffen werde die Arbeitnehmerseite jetzt in die Sondierungsgespräche der kommenden Woche ziehen, kündigt Nobel an – und sieht die Arbeitgeber am Zug: „Wir sind gespannt, welche Vorschläge von der anderen Seite kommen.“ Vorerst ohne Mediator werden die Tarifgespräche am kommenden Donnerstag, 3. Juni, fortgesetzt.

Klinikum-Geschäftsführer Christian von der Becke hatte den Krankenhaus-Bediensteten gestern zu Beginn des Abends nochmals den Ernst der Lage dargestellt. Bedarf zur anschließenden Aussprache mit dem Geschäftsführer gab es offenbar reichlich: „Ich glaube, dass viele Mitarbeiter die Situation jetzt klarer sehen und die Informationen bekommen haben, die notwendig waren“, zieht Elke Nobel ein positives Fazit des Abends. „Und ich nehme für uns das klare Signal mit, die Gespräche mit der Arbeitgeberseite fortzusetzen.“

Auch Hans Jürgen Niemeier, Vorsitzender des Verdi-Ortsvereins Rinteln, meldet sich in der Krankenhaus-Debatte zu Wort. „Es ist schon interessant, welche Wut und welches Unverständnis den Leserbriefen zu den Äußerungen der Geschäftsführung des Klinikums zu entnehmen war“, stellt Niemeier fest und sieht einen Grund für diese Gefühlslage in der fehlenden allgemeinen Befragung des Personals wegen der Gehaltskürzung, „es gab ja nur die Ergebnisse von Verdi und Marburger Bund“. Als „bemerkenswert“ kritisiert Niemeier zudem, dass sich Klaus-Dieter Drewes als Landratskandidat der CDU auf dem Kreisparteitag seiner Partei „massiv“ in laufende Tarifverhandlungen einmische: „Dazu aber noch die Einkommenssituation der Beschäftigten des Krankenhauses Bethel zu benutzen, um zu suggerieren, dass eine Kürzung von 5 Prozent doch gar nicht so schlimm sei, schlägt dem Fass den Boden aus.“



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