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Gesucht wird jetzt noch ein Betreiber

Nahversorger für Wendthagen kommt in Sicht

Stadthagen (jl). Bis an den Rand der Stadthäger Innenstadt ist die wohnortnahe Versorgung der Bürger mit Lebensmitteln und Dienstleistungen gesichert. Weiter weg vom Zentrum - in Probsthagen, an der Bergkette und in Enzen - sieht es diesbezüglich zum Teil düster aus. Nur für Wendthagen und Enzen sehen die Experten der CIMA-Stadtmarketing GmbH langfristig eine Chance auf eine bessere Nahversorgung. Diese liegt in Wendthagen jetzt zum Greifen nah.

veröffentlicht am 20.05.2008 um 00:00 Uhr

Das Ziel muss es laut Bürgermeister Bernd Hellmann sowie Bauamtsleiter Manfred Fellmann sein, in einem Radius von 500 Meter um die Wohnquartiere "die Nahversorgung sicher zu stellen". In der Kernstadt, das zeigen die Untersuchungen der Gutachter, klappt das auch weitgehend. Da sind es nicht nur die Geschäfte mit den großen Verkaufsflächen an der Jahn- oder Bahnhofstraße -auch ein auf den ersten Blick so unscheinbares Geschäft wie der "NP-Markt" an der Bergstraße ist der Garant für die Versorgung des so genannten Villenviertels und für Teile Krebshagens. Doch in größerer Distanz, an der Peripherie, da "wächst nur kurzes Gras", brachte der Bürgermeister im Gespräch mit dieser Zeitung die Versorgungslage in den Stadthäger Ortsteilen auf den Punkt. Als noch halbwegs passabel betrachten Hellmann und Fellmann die Lage in Enzen, wo es eine Fleischerei, eine Bäckerei-Filiale, einen Drogeriemarkt und eine Sparkassen-Geschäftsstelle gebe. Ganz düster stellt sich die Lage an der Bergkette dar: Dort gibt es als Einziges in Wendthagen eine Bäckerei-Filiale, die stundenweise öffnet. An der Bergkette zeigt sich nach Fellmanns Darlegungen ganz deutlich, wohin die Ausdehnung der Verkaufsflächen in der Kernstadt geführt hat: Zum Aussterben der Inhaber geführten Geschäfte in den Ortsteilen. Die Schraube zurückdrehen gilt aus Sicht der Verantwortlichen aber als unrealistisch. Die CIMA-Gutachter kommen zu dem Schluss, dass die Ansiedelung von Nahversorgern mit jeweils 400 Quadratmetern Verkaufsfläche sich nur für Enzen und Wendthagen lohnt. Im Fall Wendthagen scheint der Weg von der Planungsutopie zur Wirklichkeit am kürzesten. Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller hat auf Nachfrage bestätigt, dass es einen Investor gibt, der auf einem zentralen Grundstück genau so einen Markt bauen möchte wie ihn die Gutachter vorgeschlagen haben. Wer jetzt noch fehlt, ist ein Pächter. An das Projekt knüpft nicht nur die Ortsbürgermeisterin die Hoffnung, dass die Einkaufsstätte auch andere Grundbedürfnisse abdeckt als Essen und Trinken. Die Stichwörter heißen Post, Bank, und möglicherweise auch Lotto. So ein moderner Dorfladen muss nach den Vorstellungen Hellmanns und Fellmanns nicht nur volle Regale und möglichst viele Dienstleistungen bieten, sondern auch für "soziale Infrastruktur" sorgen. Dazu können im Idealfall außer dem zentralen örtlichen Treff beim Einkaufen oder im Stehcafé Arztpraxen und Ähnliches gehören. Die Stadt wird bei diesen Vorhaben nicht als Gründerin oder Motor auftreten, wie der Bürgermeister erläuterte. Vom Rathaus werde aber jede Initiative dieser Arbeit wohlwollend betrachtet und mit allen zur Verfügung stehenden Instrumentarien -zum Beispiel beim Baurecht -begleitet.

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