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Schülerin Galina Gorstein organisiert "MINT-EC-Camp" / Betreuer vom Engagement beeindruckt

Nachwuchs bekommt Einblick in die Forschung

Bad Nenndorf (oke). Zum fünften Mal hat das Gymnasium Bad Nenndorf an einem Schülercamp des "MINT-EC"-Vereins teilgenommen. Unter dem Motto "Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik zum Anfassen" konnten 60 Schüler aus ganz Deutschland, darunter vier Bad Nenndorfer, vier Tage lang Einblicke in die Welt von Wirtschaft und Forschung erlangen. Mitinitiatorin des Camps war die 18-jährige Abiturientin Galina Gorstein aus Barsinghausen.

veröffentlicht am 20.09.2006 um 00:00 Uhr

Begeisterte Nachwuchswissenschaftler: Galina Gorstein und Julia

Konzentriert blicken Galina Gorstein und Julia Torner aus Rodenberg auf den PC. Balkendiagramme und Zahlenkolonnen füllen den Monitor und präsentieren sich dem Betrachter auf den ersten Blick als Buch mit sieben Siegeln. Für die zwei Gymnasiastinnen jedoch kein Grund zum Verzweifeln, im Gegenteil. Das Interesse für physikalisch-mathematische Probleme ist allen Teilnehmern des Camps eigen. Der Lehrer und Betreuer des Projekts, Lothar Ebeling-Brand, ist schwer beeindruckt: "So konzentriert, ruhig und ehrgeizig sieht man Schüler selten arbeiten." Auch "MINT-EC"-Geschäftsführer Benjamin Burde freut sich über die positive Annahme der Schüler. "Es ist heutzutage die absolute Ausnahme, dass sich Schüler außerschulisch in der Bildung engagieren", so Burde. Am Vortag hatte sich die 60-köpfige Gruppe von den Bad Nenndorfer Schülern in einer selbst organisierten Stadtführung Hannover zeigen lassen. Davor stand der Besuch der Firmen Sennheiser und MTU sowie der Flugsicherung Hannover auf dem Programm. "Das war schon sehr nett", meint Christian Otto aus Rodenberg lächelnd, als ervon der Interpretation des Radarbildschirms im Tower der Flugsicherung erzählt. "Ziemlich kompliziert, aber eben auch sehr interessant." Am Mittwoch war der universitäre Teil des Camps an der Reihe. Eine Hälfte der Schüler war am Laserzentrum der Universität in Hannover, während die andere Hälfte in die Geheimnisse des Tech-Labs, ein speziell für die naturwissenschaftliche Nachwuchswerbung eingerichtetes Schülerlabor, eingeweiht wurde. Dort wurden die Funktionsweisen von Fahrrad, Handy und CD-Player genauer unter die Lupe genommen. Vorlesungen von namhaften Professoren waren ebenso Teil des Programms wie der Besuch der Kläranlage in Herrenhausen und eine Besichtigung des "Phaeno"-Wissenschaftsmuseums in Wolfsburg. "Das Ziel ist es immer, bei den Schülern das Interesse an den Naturwissenschaften zu stärken", so Burde. Der Verein geht auf eine Initiative der Arbeitgeberverbände zurück, die sich angesichts immer geringerer Studentenzahlen in den Ingenieursbereichen gezwungen sahen, selbst in die Nachwuchswerbung einzugreifen. Das derzeitige Camp wird von der Stiftung Niedersachsenmetall gefördert. Galina Gorstein ist bei den Aktivitäten des Vereins schon ein alter Hase. Seit drei Jahren nimmt sie an Veranstaltungen des "MINT-EC"-Vereins teil, da sei es "klar gewesen, irgendwann einmal selbst die Organisation für ein Camp zu übernehmen", so Gorstein. Unter Mithilfe ihrer Lehrer wurden während des vergangenen Jahres Sponsoren kontaktiert, Schulen benachrichtigt und die Tagesprogramme auf die Beine gestellt. "Am schwierigsten ist es dabei, die Leute bei der Stange zu halten", so die Schülerin, denn nach Schulschluss wollten die meisten nichts mehr mit Physik, Chemie oder Mathematik zu tun haben. Ebeling-Brand hingegenist über den Ehrgeiz der Schüler nicht überrascht. Man suche sich schon geeignete Kandidaten mit technischem Interesse aus: "Ohne Spaß an den Naturwissenschaften hat man keinen Spaß am Camp."

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