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Landkreis Minden-Lübbecke plant Pilotprojekt auf Pohlscher Heide

Nachhaltig und innovativ: Kreis will mit Biogas aus Biomüll heizen

Minden. Nachhaltig, innovativ, sicher, wirtschaftlich: Alles das vereint ein Energie-Projekt, das der Kreis Minden-Lübbecke plant. Auf der Pohlschen Heide soll eine Biogas-Anlage gebaut werden. Mit diesem umweltfreundlich erzeugten Kraftstoff will der Kreis künftig sein Mindener Berufsschulzentrum, die Kampa-Halle, das Kreishaus und das Bad Oeynhausener Krankenhaus versorgen. "Es handelt sich um ein mutiges, zukunftweisendes und finanziell tragfähiges Pilotprojekt", so Landrat Dr. Ralf Niermann.

veröffentlicht am 23.10.2007 um 00:00 Uhr

Innovativ und umweltfreundlich: Landrat Dr. Ralf Niermann (recht

Der Gedanke ist ebenso einfach wie bestechend: 40 000 Tonnen Bioabfall aus dem Mühlenkreis landen Jahr für Jahr auf der Pohlschen Heide. In den grünen Abfallbergen steckt mehr drin als nur Kompost für den Garten: eine große Menge Energie. Beim Gärprozess des Bio-Abfalls entstehen jährlich rund 3,6 Millionen Kubikmeter Biogas. Was bisher ungenutzt in die Atmosphäre entweicht, soll ab 2009 in Wärme und Strom umgewandelt werden. "Wir können aus dem Gas etwa 6,7 Millionen Kilowattstunden Strom und 8 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr machen", rechnet Kreis-Baudezernent Jürgen Striet vor. Damit wird aus schnödem Bio-Abfall eine ebenso wertvolle wie umweltfreundliche Energiequelle. Am Kompostwerk Pohlsche Heide soll daher eine Biogasanlage gebaut werden. Das gewonnene Gas wird anschließend in Erdgas-Qualität aufbereitet und ins öffentliche Leitungsnetz eingespeist. Drei neue Blockheizkraftwerke machen aus dem Gas dann Strom und Wärme: je eines für das Krankenhaus in Bad Oeynhausen, für das Kreishaus, den angrenzenden Schinkel-Bau und die Ausbildungsakademie sowie für die beiden Berufskollegs und die benachbarte Kampa-Halle in Minden. Als Investor tritt die kreiseigene AML Immobilien GmbH auf, den Betrieb der Biogas-Anlage soll die Gesellschaft zur Verwertung organischer Abfälle übernehmen. Die GVoA betreibt als Tochter des Kreises (zwei Drittel) und des Abfallentsorgers Tönsmeier (Porta Westfalica) das Kompostwerk an der Pohlschen Heide. Die Baukosten veranschlagt Dezernent Jürgen Striet auf 10,5 Millionen Euro. Die Gegenrechnung: Der Kreis muss am Kreishaus und dem Schulzentrum ohnehin neue Heizungsanlagen bauen, das Kompostwerk ist an seiner Kapazitätsgrenze angekommen und müsste mittelfristig für 1,5 Millionen Euro saniert und erweitert werden. Zudem bringt das selbst erzeugte Gas bares Geld: Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz müssen die Stromversorger Vergütungen für ins Netz eingespeisten Strom zahlen. Der Kreis wäre bei der Gasbeschaffung nicht mehr von möglicherweise weiter steigenden Preisen der Versorger abhängig. Gespart wird auch zugunsten der Umwelt. "Mit einer Biogasanlage und den Blockheizkraftwerken können wir jährlich rund 5000 Tonnen Kohlendioxid vermeiden und Energieressourcen schonen", betont der Landrat.

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