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Bürgerinitiative wehrt sich gegen Vergrößerung des Seniorenpflegeheims / Anwalt eingeschaltet

Nachbarn protestieren gegen "Nora"-Anbau

Lauenau (bab). Die Pläne für die Erweiterung des Seniorenpflegeheims "Nora" gefallen einigen Anwohnern nicht. Sie wollen keine Erweiterung der Anlage, weil sie mehr Belastungen fürchten. Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Einige Anlieger haben bereits einen Anwalt eingeschaltet.

veröffentlicht am 21.11.2007 um 00:00 Uhr

Die Anlieger befürchten, dass das Seniorenheim "Nora" bis auf ze

Mehr als ein Dutzend Anlieger der Leipziger und der Danziger Straße haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, die sich gegen die Erweiterung des Seniorenheims "Nora" ausspricht. Das Pflegeheim hat vor, seine Kapazitäten zu verdoppeln. Der Entwurf des Architekten erfordert aber eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans (wir berichteten). Mehrere Gründe haben die Anwohner zu diesem Schritt bewogen: Die Verkehrssituation, Lärm, Verringerung der Lebensqualität, Wertminderung ihrer Grundstücke und die Müll- und Abwassersituation werden als kritische Punkte angeführt. Die Initiative fühlt sich von der Verwaltung "falsch informiert" und hält eine Änderung des Bebauungsplans für einen "massiven Eingriff" in die "Nachbarschaftsrechte". Nach Meinung der Betroffenen "bedeutet die Erweiterung des Seniorenheims, dass dann auf dem Grundstück eine mit einer Bebauung von zirka 70 Einfamilienhäusern vergleichbare Belastung entsteht". "Wir werden eine Riesenwand davor kriegen", befürchtet Anke Maßmann, deren Garten an das Stück grenzt, das für die Erweiterung vorgesehen ist. Ihre Solaranlage auf dem Dach werde dann nicht mehr mit genug Sonneneinstrahlung versorgt, weil das Gebäude bis auf zehn Meter heranrücke. Mit anderen fürchtet sie auch ein höheres Verkehrsaufkommen. "Es hat schon mehrere Unfälle gegeben", sagt Astrid Stemme die an der Ecke Danziger Straße/Scheunenfeld wohnt, aus Erfahrung. "Drei Mal habe ich meinen Zaun kaputt gehabt", bestätigt Dieter Nuß aus der Danziger Straße 2. Rettungsfahrzeuge, Müllwagen, Wäschereifahrzeuge und sonstiger Ver- und Entsorgungsverkehr macht den Nachbarn sorgen. "Die Lkw können einander hier gar nicht begegnen", sagt Marlis Nuß. Dafür seien die Straßen im Wohngebiet nicht ausgerichtet. Zum Thema Müll hat Werner Vennekamp aus der Leipziger Straße noch anderes zu berichten. Dieser werde nicht oft genug abgefahren, was zu Geruchsbelästigungen führe. Auch das Verhalten der "Nora"-Bewohner wird von den Mitgliedern der Initiative als problematisch gesehen. So berichten sie von Schreien der Bewohner und von Störungen durch Senioren, die sich rund um die Anlage bewegen und auch ihren Müll an und auf den Grundstücken hinterlassen. "Wir haben noch nie etwas dagegen gesagt, das sind ältere Leute, da hat man Verständnis", räumt Anwohner Ilhami Günay ein, aber eine Erweiterung des Heimes könne man nicht hinnehmen. "Man hat uns das damals ganz anders vorgestellt", sagt Dieter Nuß. Es sei um betreutes Wohnen gegangen und um Einbindung der Senioren in die Nachbarschaft. Davon sei nichts realisiert worden. Von den neuen Bauplänen habe man erst aus der Zeitung erfahren. Die Initiative hofft nun, dass sich möglichst viele zur Informationsveranstaltung am Montag, 3. Dezember, um 19 Uhr im Sitzungszimmer im Gewerbepark einfinden. Dort werden die Pläne erläutert. Rechtsanwalt Thorsten Kruckenberg, der einige Anwohner vertritt, und Vennekamp fassen zusammen, dass sich der Protest gegen eineÄnderung des Bebauungsplans richtet. Diese wäre nötig, wenn das "Nora"-Gebäude auf 96 Meter Länge ausgedehnt werden sollte. "Wir wollen, dass sie die Bebauungspläne so lassen wie sie sind", sagt Vennekamp.

Werner Vennekamp (v.l.), Marlis Nuß, Dieter Nuß, Anke Maßmann, A
  • Werner Vennekamp (v.l.), Marlis Nuß, Dieter Nuß, Anke Maßmann, Astrid Stemme und Ilhami Günay erheben mit Hilfe von Anwalt Thorsten Kruckenberg Einspruch gegen den Ausbau.


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