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Bückeburgerin Nortrud Boysen an Borreliose erkrankt

Nach Zeckenbiss: "Erst gedacht, es sei eine allergische Reaktion"

Landkreis. Der heißeste und trockenste April seit Jahren: Jung und Alt zieht es nach draußen - auf die Wiesen, in die Parks und Wälder. Doch dabei ist Vorsicht angesagt: Durch den feucht-warmen Winter sind Zecken nicht nur früher unterwegs, sondern haben auch ideale Ausbreitungsbedingungen. Wissenschaftler haben beobachtet, dass die Tiere sogar im Winter aktiv gewesen sind - Nortrud Boysen hat es schmerzhaft zu spüren bekommen: Die Bückeburgerin wurde im Harrl von einer Zecke gestochen und erkrankte an Borreliose.

veröffentlicht am 27.04.2007 um 00:00 Uhr

Nimmt Medikamente gegen ihre Borreliose-Erkrankung: Nortrud Boys

Autor:

Caroline Biallas

Der reine Zeckenstich ist für den Körper selbst noch keine Gefahr. Gefährlich wird es erst, wenn die Spinnentiere Krankheitserreger in sich tragen. In Deutschland können nach Zeckenstichen besonders zwei Krankheiten auftreten: Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, die sich durch einäußerliches Ekzem bemerkbar macht, kommt in Deutschland relativ häufig vor. Laut Dr. Jörg Fedderke, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises, sind rund 20 Prozent aller Zecken mit Borreliose infiziert. Die Hirnhautentzündung FSME kann hingegen bleibende Schäden verursachen, tritt jedoch hauptsächlich in Bayern und Baden-Württemberg auf. Im vergangenen Jahr hat es bereits erste Vorkommen in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Trotz der erhöhten Ansteckungsgefahr sei in Schaumburg keine Panik aufgekommen, erklärt Fedderke. Jedoch empfiehlt er im Fall eines Zeckenstiches sofort einen Arzt aufzusuchen und das Tier entfernen zu lassen. "Denn je länger eine Zecke, die den Krankheitserreger in sich trägt, am menschlichen Körper bleibt, desto höher ist die Gefahr der Übertragung." Eine unangenehme Zecken-Erfahrung hat Nortrud Boysen sogar im Winter machen müssen: Die Bückeburgerin war im Dezember mit einer Freundin im Harrl spazieren, als sie von einer Zecke gestochen und mit Borreliose infiziert wurde. Zuerst habe sie den Stich gar nicht bemerkt, erinnert sie sich. Erst nach einiger Zeit sei ihr der kleine rote Fleck an ihrem Bein aufgefallen, um den sich dann nach und nach ein roter Ring gebildet habe. "Ich habe erst gedacht, es sei eine allergische Reaktion, doch als der Fleck immer größer wurde und fast meine ganze Wade bedeckt hat, habe ich einen Arzt aufgesucht", schildert Nortrud Boysen. Dieser sei jedoch auch erst nach ihrem zweiten Praxisbesuch und einer Blutuntersuchung zu dem Schluss gekommen, dass es sich um einen Zeckenbiss und eine Borreliose-Erkrankung handele. Dann folgte für die Bückeburgerin die klassische Behandlung: Drei Wochen strikte Einnahme eines Antibiotikums. Als die Hautreizung dann noch immer nicht abgeklungen war, wurde die Behandlung um eine weitere Woche verlängert. "Demnächst muss ich nochmal zur Blutabnahme, um zu sehen, ob die Infektion komplettweg ist", erklärt sie erleichert, dass man die Infektion relativ schnell erkannt hat und sie behandeln konnte. Von Panikmache hält sie jedoch nicht viel - vorsichtiger geworden ist sie aber trotzdem. "Ich gehe zwar noch immer in den Wald, achte aber zum Beispiel auf meine Kleidung", erklärt sie. "Man selbst denkt ja immer ,Mir passiert sowas nicht'." Um eine solche Erfahrung nicht noch einmal machen zu müssen, hat sich Nortrud Boysen schon jetzt gegen FSME impfen lassen, da sie demnächst nach Riga/Lettland fahren will, wo die Gefahr der Ansteckung wesentlich größer ist.

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