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Zwei Vergewaltiger bereits nacheinander verurteilt / Gegen einen dritten Mann aus Stadthagen wird jetzt ermittelt

Nach viereinhalb Jahren: Späte Genugtuung für das Opfer

Beckedorf/Bückeburg (ly). Gerechtigkeit braucht manchmal etwas länger. Viereinhalb Jahre nach der Vergewaltigung einer 16-Jährigen auf einem Feldweg bei Beckedorf steht der Fall kurz davor, restlos geklärt zu werden. Das Opfer hatte stets beteuert, dass es drei Männer waren. Von den Tätern musste sich die junge Frau dafür als Lügnerin diffamieren lassen. Jetzt steht so gut wie fest: Das Mädchen hat die Wahrheit gesagt.

veröffentlicht am 10.02.2011 um 00:00 Uhr

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren hatte das Bückeburger Landgericht zunächst einen Hessisch Oldendorfer (23) wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung zu 33 Monaten Haft verurteilt (wir berichteten). Der Angeklagte war dreist genug, als einen von vielen Alibizeugen einen Mittäter zu benennen, der auch vernommen wurde. Vor Gericht erkannte das Opfer den heute 25 Jahre alten Mann wieder.

Unterdessen hat das Landgericht Hannover ihn zu einer zweijährigen Jugendstrafe mit Bewährung verurteilt. Im eigenen Prozess war dieser zweite Vergewaltiger eingeknickt, hatte ein Geständnis abgelegt und den Namen des dritten Mannes genannt, der bis dahin unbekannt war. Jetzt wird auch gegen den Stadthäger (23) ermittelt, wie der Bückeburger Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt auf Anfrage bestätigt.

„Meine Mandantin ist als Lügnerin und Flittchen dargestellt worden“, erinnert Rechtsanwalt Dietmar Weyland, der das Opfer vor Gericht vertreten hatte. „Nun empfindet sie Genugtuung. Dass man ihr glaubt, war viel wichtiger als eine harte Bestrafung der Täter.“ Drei Gerichte haben den Fall bisher verhandelt. Keines hatte Zweifel an der Darstellung des Opfers.

So nannte der Bückeburger Berufungsrichter Peter Rohde die Angaben der jungen Frau „in sich schlüssig, widerspruchsfrei, detailreich und konstant“. Ähnlich hatte zuvor das Schöffengericht in Stadthagen die Aussage der Zeugin beurteilt.

In Bückeburg, wo an neun Verhandlungstagen insgesamt 29 Zeugen vernommen wurden, überzog die Verteidigung das Gericht dann mit nahezu 30 Beweisanträgen. Die meisten verfolgten den einzigen Zweck, die Glaubwürdigkeit des Opfers zu erschüttern, was jedoch nicht gelang.

Kommt es demnächst zum Prozess gegen den dritten Mann, dürfte den bereits verurteilten Vergewaltigern nichts anderes übrig bleiben, als die Wahrheit zu sagen. Sonst könnten sie sich einer Falschaussage schuldig machen – oder sogar eines Meineides. Das Opfer leidet bis heute unter den Folgen der Tat.

Rechtskräftig festgestellt hatte zuletzt das Landgericht Hannover, dass an der Vergewaltigung auf dem Beckedorfer Feldweg, begangen im Juli 2006, drei junge Männer beteiligt waren. Zwei von ihnen seien in die Minderjährige eingedrungen. Zum Teil kannten sich die jungen Leute. Mit jenem Täter, der zuerst verurteilt worden ist, war das Mädchen früher befreundet.



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