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Ganzes Ausmaß des Wasserschadens wird noch untersucht / Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen auf Hochtouren

Nach Vandalismus: Schulgebäude ist nicht gefährdet

Stadthagen (jl). Das Gebäude der ehemaligen Orientierungsstufe, früher Sitz des Ratsgymnasiums, muss wegen des großen Wasserschadens vom Wochenende (wir berichteten) wohl nicht abgerissen werden. Diesen Befund hat gestern Fritz Klebe, der Leiter des Kreisbauamtes, verkündet. Das genaue Ausmaß des Schadens wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Derweil läuft die Ermittlung nach den Tätern in diesem Fall und wegen des Brandes in der Grundschule Am Stadtturm auf Hochtouren.

veröffentlicht am 12.10.2006 um 00:00 Uhr

Kreisbauamtsleiter Fritz Klebe inspiziert die aufgeweichten Deck

Das Schulgebäude aus der Gründerzeit sah im Inneren gestern aus wie das Haus der 100 Pfützen. Sie schimmerten in etwa drei Viertel der rund 30 Räume und auf den Fluren in den beiden ersten Geschossen. Wie lange die drei bis vier Wasserhähne im Gebäude gelaufen sind, war gestern noch nicht klar. Die Hauptlast der Feuchtigkeit haben die Decken abbekommen, wie Klebe bei einem Rundgang erläuterte. Deswegen riecht es im Gebäude spürbar nach feuchtem Gips, denn mit Gipskarton sind die meisten Decken im Haus abgehängt. Ein Teil der Platten hatte die Feuerwehr bereits bei ihrem Einsatz am Sonntag abgehängt, weil sie zur Gefahr für die Einsatzkräfte geworden waren. Die restlichen Platten müssen die Sanierer jetzt entfernen, um das Ausmaß der Fuchtigkeit auszuloten und um dann zu sanieren. Gestern hat der Landkreis eine größere Zahl Raumtrockner angefordert, die in den nächsten Tagen aufgestellt werden. Bis zur Austrocknung dauert es laut Klebe "einige Wochen". Positiv in dieser Zeitrechnung sind nach seinen Worten die zwei Wochen Herbstferien vom kommenden Wochenende an. Für das gesamte Gebäude sieht der Bauamtsleiter wegen der sehr massiven Grundkonstruktion aus der Gründerzeit keine akute Gefahr: "So ein solides Gebäude wird so schnell nicht zusammen stürzen", betonte er. Die Schadenshöhe sei noch ungewiss: "Sie kann 50 000 oder auch 250 000 Euro betragen." Die drei Schulen, die das ehemalige Orientierungsstufengebäude zurzeit nutzen, müssen auf jeden Fall in dieser Woche improvisieren. Die IGS, mit drei Oberstufenklassen präsent, profitiert nach den Worten ihres Leiters Richard Wilmers davon, dass ihre neunten Klassen bis nach den Ferien im Praktikum seien. Danach hofft Wilmers, die jetzt trocken gebliebenen Räume des Gebäudes Hinter der Burg nutzen zu können. Nach den Ferien werden auch die fünf Klassen des Ratsgymnasium in den neuen Anbau an der Jahnstraße umziehen. Improvisieren muss seit gestern auch die Grundschule Am Stadtturm, deren Pavillon mit zwei Klassenräumen in der Nacht zum Sonnabend von Unbekannten verwüstet und in Brand gesetzt worden war. Rektor Frank Plagge hofft, dass die Räume nach den Ferien wieder zur Verfügung stehen. Derweil ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft in beiden Fällen mit Hochdruck. Einzelheiten wurden gestern aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt. Für die kommenden Tage wurde eine gemeinsame Presseerklärung der Ermittlungsbehörden angekündigt.

Der Fußboden der ehemaligen Orientierungsstufe ist mit Pfützen ü
  • Der Fußboden der ehemaligen Orientierungsstufe ist mit Pfützen übersät. Fotos: ej
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