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Aus nach 75 Jahren, weil die Stocks keinen Nachfolger für ihr Geschäft finden

Nach Rumke jetzt Stock: Schuhhaus schließt - Fielmann kommt

Rinteln (ur). Es sprach sich unter Kunden und Gewerbetreibenden der Innenstadt in Windeseile herum: Nach dem Modehaus Rumke schließt jetzt auch das Schuhfachgeschäft Stock in der Fußgängerzone demnächst seine Pforten, und wieder einmal geht damit ein Kapitel Rintelner Kaufmannsgeschichte zu Ende. Und wie so häufig, so spielt auch hier die ungeklärte Frage der Nachfolge die entscheidende Rolle: "Unser Geschäft ist gesund, die Umsätze stimmen und der Kreis der Stammkunden ist stabil", betonen Renate und Karl Heinz Stock, die den Laden im Jahre 1965 von Vater Karl Stock als Nachfolger übernahmen, der das Unternehmen im Jahre 1933 gegründet hatte.

veröffentlicht am 10.11.2007 um 00:00 Uhr

Prägend in der Fußgängerzone: die Fassade des Schuhhauses Stock.

Gerne hätten sie in der Weserstraße auch noch im kommenden Jahr das 75-jährige Firmenbestehen gefeiert, aber die Entwicklung ließ keinen Raum für Sentimentalität: "Von unseren Kindern war keines bereit, die Nachfolge anzutreten." Offenbar war ihnen im elterlichen Haushalt frühzeitig aufgegangen, welches Engagement Unternehmer aufbringen müssen, um allen Herausforderungen durch den Markt und auch durch den Gesetzgeber zu begegnen. "Die Politiker sollten sich mal nach ihrem Anteil daran fragen lassen, warum in der heutigen Zeit nur noch wenige junge Leute das Wagnis der Selbständigkeit eingehen wollen." Beide Partner der heute noch tätigen Generation "Schuh-Stock" sind familiär und beruflich "von Haus aus" in die Lederbranche hineingewachsen: "Es tut uns richtig weh, dass wir unseren Kunden nicht mehr wie bisher als inhabergeführtes Fachgeschäft zur Verfügung stehen - entsprechendes Bedauern erfahren wir derzeit von allenSeiten, was immerhin von dem guten Verhältnis spricht, das wir zu den Schuhkäufern entwickeln konnten!" Rund fünf Jahre lang hatten die Stocks versucht, wenigstens einen mittelständischen Nachfolger aus der Branche zu gewinnen, aber vergebens: "Wir glauben allerdings, dass wir mit der Übernahme des Ladens durch die Fielmann-Gruppe auch noch einen Beitrag für die Attraktivität der Fußgängerzone leisten können." Der "Robin Hood der Fehlsichtigen" und neuerdings auch der Hörgestörten wird die Räumlichkeiten über zwei Etagen pachten, wobei es der Familie Stock obliegt, den äußeren Rahmen dafür zu schaffen und Fielmann einiges in die Inneneinrichtung sowie in Technik und Design investieren wird. Noch im Frühjahr will der Filialist soweit sein, in Rinteln am Marktgeschehen teilzunehmen. Vor Beginn der Umbauarbeiten wollen sich die Eheleute Stock und ihre Mitarbeiter noch von ihren Kunden mit einem großen Räumungsverkauf verabschieden.

Diese Zeichnung von Walter Maack entstand 1946.
  • Diese Zeichnung von Walter Maack entstand 1946.


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