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Borkenkäferplage droht / Zuerst müssen die gefällten Fichten aus dem Wald geholt werden

Nach Orkan "Kyrill": Holz wird nicht billiger

Obernkirchen (rnk). 60 Millionen Bäume hat "Kyrill" auf seinem Weg durch Europa gefällt, davon allein 40 Millionen in Deutschland. Der Schaden ist nicht zu übersehen: Überall in den Wäldern liegen große Holzstapel. Wird durch das große Angebot Holz jetzt wieder billiger?

veröffentlicht am 31.01.2007 um 00:00 Uhr

Die Wege sind wieder frei: Auch oberhalb Krainhagens sind die Ei

"Nein", sagt Klaus Labahn, Mitarbeiter der Pressestelle des Niedersächsischen Landvolks. Aus einem einfachen Grund werde der Preis nicht sinken: "Die Nachfrage ist nach wie vor sehr groß." Gut die Hälfte der jährlichen Erschlagsmengen, also der Bäume, die in zwölf Monaten von Menschenhand gefällt werden, hat "Kyrill" auf seiner zerstörerischen Tour flachgelegt, doch, so Labahn, dafür würden jetzt die Schlagpläne für das Jahr 2007 zurückgestellt und erst einmal das Sturmholz abgearbeitet. Und diese Sturmholz-Menge sei im übrigen auch nicht höher als die Zahl, die in Jahren geschlagen werde, wenn kein Orkan oder Sturm durch die Wälder fege. Mittlerweile haben die Förster auch einen Überblick über die Orkan-Schäden. Zu 95 Prozent habe "Kyrill" Fichten geworfen, sagt Frenz-Wilhelm Ick von der Klosterrevierförsterei Borstel. Das ist kein Wunder, denn in Deutschland bestehen insgesamt rund 50 Prozent der Wälder aus flachwurzelnden Fichten - das Zehnfache dessen, was von der Natur aus vorgesehen wäre. Denn Fichten wachsen natürlicherwiese nur in den Hochlagen der Gebirge, zum Teil auch der Mittelgebirge oder am Rand von Hochmooren. Die hohe Zahl der heute in Deutschland wachsenden Fichten hängt mit der hohen Zahl an Wild zusammen: Rehe und Hirsche fressen gerne Bäume mit leicht verdaulichen Blättern oder mit weichen Nadeln, wie sie die Tannen haben. Fichten haben dagegen spitze Nadeln, die auch noch schwer verdaulich sind - Rehe und Hirsche haben sie daher nicht auf ihrem täglichen Speisezettel stehen. Jetzt, so erklärt Förster Ick, gehe es vor allem darum, die Fichten aus den Wäldern zu holen und aufzuarbeiten. Denn wenn das Holz länger liegt, bestehen gute Chancen, dass sich der Borkenkäfer vermehrt und dann die benachbarten Fichten befällt, die den Orkan überstanden haben. Auch wenn sich in Obernkirchener, Krainhagener oder in den Auetaler Wäldern die Stämme stapeln, sind Brennholz-Anfragen bei Ick nicht besonders aussichtsreich: Das meiste Holz geht in die verarbeitende Industrie, vom kleinen Rest ist "fast alles", so Ick, verkauft.



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