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Autogrammstunde mit Peter Neururer / "96"-Trainer beantwortet Fragen der Kids

"Nach Niederlagen wechsele ich die Kleidung"

Evesen (hb/m). 87 Kinder klatschten sich die Hände wund, trampelten mit den Füßen und brüllten "96" - dann endlich kam er. Peter Neururer war der Stargast der Fußballschule Kidsactive, die mit ihrem Gesellschafter Frank Mill, Weltmeister von 1990 und Bundesligaspieler unter anderem bei Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund, vierTage lang Station beim VfR Evesen gemacht hat und - mit Unterstützung der Sparkasse Schaumburg - den fußballbegeisterten Jungen und Mädchen der Region Gelegenheit gegeben hat, mit Ex-Bundesligastars wie Matthias Herget, Holger Fach, Axel Sundermann, Thomas Kempe, Rolf Meyer und Thomas Stratos zutrainieren.

veröffentlicht am 11.04.2006 um 00:00 Uhr

Peter Neururer erfüllt geduldig alle Autogrammwünsche. Foto: hb/

"Ein unglaublicher Empfang", kommentierte Peter Neururer die Begeisterung der Jugendlichen. Frank Mill hatte die Kids vorab informiert, dass Neururer "alle Fragen offen und ehrlich" beantworten werde. Nur eine Frage sei tabu: "Was verdienst Du?" Gegen Bielefeld ("ein nicht guter Gegner") habe man schlecht gespielt und bis zu "sechs Totalausfälle" zu verkraften gehabt. Das solle einmalig bleiben. Es sei für ihn, so Neururer, kein einfacher Weg zum Fußball gewesen. In der Nachbarschaft habe es eine Reitanlage und Tennisplätze gegeben. "Wenn Du die erste Fünf aus der Schule mitbringst, ist Schluss mit dem Fußball", hätten seine Eltern gedroht. Die Fünfen habe er zuhause immer verheimlichen können. "Aber hängen geblieben bin ich nie", so Neururer rückblickend. Aktivitäten in der Freizeit? Am liebsten fährt der Fußballtrainer mit seiner Harley durch die Gegend oder läuft Ski. Frank Mill versuche zurzeit, ihn zum Golfspielen zu überreden. Auf eine entsprechende Frage gestand Neururer, Fan des 1. FC Köln gewesen zu sein, "aber nur, bis ich dort Trainer geworden bin". Bereits mit 17 Jahren habe er eine C-Jugendmannschaft trainiert, mit 18 dann die B-Lizenz gemacht. Er habe inzwischen zwölf Profi-Vereine trainiert, aber zum FC Bayern München ("der bestgeführte Verein") werde er nicht gehen, nur um dort zum 22. Mal Deutscher Meister zu werden. Abergläubisch ist der aktuelle 96-Trainer geworden, nachdem er als Trainer in Köln auf Anraten seiner vierjährigen Tochter einmal einen Schlips umgebunden hat ("ich sah zum Eierabschrecken aus") und die Mannschaft anschließend in Leverkusen gewonnen habe. "Nach Niederlagen wechsele ich nun immer die Kleidung", gesteht der Fußballlehrer. "Wen würden Sie am liebsten nach Hannover holen?", fragt ein aufgeweckter Junge. "Meine Frau ... also ich bin zufrieden mit der Mannschaft", antwortet Neururer, der sich riesig freut, als Mill ("Neururer verlangt kein Geld von unserer Fußballschule") ihm einen Satz Golfschläger und ein paar Bälle schenkt. Anschließend unterschreibt der sympathische Trainer Autogrammkarten, Trikots und erfüllt Fotowünsche, bis auch wirklich jeder zufrieden ist.

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