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Vor Gericht: Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen 1200 Euro Geldbuße eingestellt

Nach Hammerschlägen: "Steh auf wie ein Mann"

Kathrinhagen/Bückeburg (ly). Mann oder Memme? "Steh auf wie ein Mann und geh weiter", soll ein Auetaler (44) sein Opfer im Weggehen aufgefordert haben, nachdem er den am Boden kauernden 21-Jährigen auf offener Straße mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen hatte. Zehn Monate danach hat dieser Fall aus Kathrinhagen jetzt das Bückeburger Amtsgericht beschäftigt.

veröffentlicht am 09.05.2007 um 00:00 Uhr

Am Ende einer eher unbefriedigenden Verhandlung stellte Richter Armin Böhm das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft vorläufig ein, allerdings gegen 1200 Euro Geldbuße. Verteidiger Heinrich Sasse, dessen Mandant sich ebenfalls einverstanden erklärte hatte, wollte damit nach eigener Darstellung "dem Risiko entgehen, verurteilt zu werden, obwohl er es gar nicht war". Dem Auetaler hätten um die sechs Monate Freiheitsstrafe gedroht. Damit wäre er vorbestraft gewesen. Der Sachverhalt ließ sich im Prozess nicht mehr lückenlos aufklären, was vor allem an der in wichtigen Details etwas schwammigen Aussage des mutmaßlichen Opfers lag, was die Geduld aller Beteiligten arg strapazierte. Gegenüber der Polizei hatte der junge Mann im Juli vergangenen Jahres angegeben, er sei abends zu Fuß auf der Kathrinhagener Straße unterwegs gewesen, als sich der Wagen des 44-Jährigen näherte. Der Fahrer soll gestoppt haben und aus dem Auto gesprungen sein, bevor er wie aus heiterem Himmel zunächst mit der Faust zuschlug. Bereits durch diesen Hieb ins Gesicht will der Handwerker zu Boden gegangen sein. Anschließend soll der Auetaler, von Beruf ebenfalls Handwerker, zum Hammer gegriffen und erst auf den Rücken, danach auf den Kopf des 21-Jährigen geschlagen haben, jeweils einmal. Entdeckt worden war das blutende Opfer von Bekannten. Die Platzwunde musste im Krankenhaus versorgt werden. Mögliches Motiv: Vor zwei Jahren war es auf einem Fest in Bernsen zwischen den Männern zu einem Streit gekommen, der zur Tatzeit noch gegärt haben könnte. Davon geht jedenfalls Staatsanwalt Dieter Liese aus. Im Prozess bezeichnete sich der Angeklagte ("Ich war zu Hause, dann beim Grillen") als unschuldig und erklärte, an eine Bande geraten zu sein. Nun befürchtet er, dass es diese Gang weiter auf ihn abgesehen haben könnte - wenn sie denn existiert.



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