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Bleiben uns Schnee und Kälte erhalten? / Eine Prognose für die kommenden Monate im Schaumburger Land

Nach frühem Beginn: Winter bestenfalls Mittelmaß

Landkreis. Alle Jahre wieder im November bewegt uns die Frage nach der Qualität des bevorstehenden Winters, der sich in diesem Jahr ungewöhnlich früh die Ehre gibt: Bringt er endlich mal wieder dauerhaft Schnee und Eis?

veröffentlicht am 24.11.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Reinhard Zakrzewski

Vor zwei Jahren erlebten wir in Mitteleuropa den wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Und auch der letzte Winter gehörte mit gut drei Grad über normal in unserer Region zu den wärmsten und schneeärmsten überhaupt. Um auf einen sogenannten Eiswinter zu treffen, muss man schon bis 1995/96 zurückgehen. Seit rund zehn Jahren beschäftigen sich die internationalen Wetterdienste mit Jahreszeitenprognosen. Der Deutsche- und der Britische Wetterdienst geben jeden Monat Vorhersagen für ein halbes Jahr heraus. Anders als die täglichen Wetterberichte, die auf aktuellen Beobachtungsdaten des globalen Messnetzes beruhen und über fünf bis sieben Tage recht gute regionale Ergebnisse liefern, können die Langfrist-Rechenmodelle nur Temperatur- und Niederschlagstrends für große Gebiete abschätzen, etwa, ob ein bestimmter Monat, beispielsweise im nördlichen Mitteleuropa, eher wärmer oder kälter, feuchter oder trockener ausfällt, als im vieljährigen Mittel. Dabei spielen langfristige Trends und Variationen des Wettergeschehens eine wichtige Rolle: zu warme oder zu kalte Oberflächentemperaturen des Atlantiks, die Ausdehnung von Schneedecken oder die Bodenfeuchtigkeit zu Beginn des Vorhersagezeitraums. Und natürlich berücksichtigen die Modelle auch die Klimaerwärmung, die einen strengen Winter in unseren Breiten immer seltener macht. Insgesamt ist die Unsicherheit der Prognosen noch recht hoch. Die Trefferquote nimmt allerdings deutlich zu, je stärker die Signale für einen bestimmten Monat sind und je häufiger sie in die gleiche Richtung zeigen. Nach dem Deutschen Wetterdienst soll der bevorstehende Winter im Vergleich zum 30-jährigen Klimamittel (1961-1990) bestenfalls mittelmäßig werden. Nach durchschnittlichen Temperaturen im Dezember fallen Januar und Februar voraussichtlich um etwa ein Grad zu mild aus. Dies bestätigt im Wesentlichen auch der Britische Wetterdienst. Hinsichtlich der Niederschläge hüllen sich beide Dienste leider in Schweigen. Um diese Lücke zu schließen, hilft ein Blick auf die Witterung der Vormonate. Hintergrund ist die Erfahrung, dass sich herbstliche Großwetterlagen im Abstand von drei bis vier Monaten, also im Januar und Februar, gerne wiederholen. Diesmal tummelten sich im September und Oktober viele kräftige Hochdruckgebiete über Mitteleuropa. Das spräche für eine niederschlagsarmen Hochwinter, der mit östlichen Winden dann auch einige eisige Episoden bringen könnte. Fazit: Nach Lage der Dinge steht uns ein vergleichsweise normaler bis etwas zu milder und eher zu trockener Winter bevor. Auf jeden Fall hat er gute Chancen, frostiger zu werden als seine Vorgänger. Wie viele Winterfreunden auf Eis und Schnee am Ende für das Schaumburger Land herausspringen, bleibt der günstigen Anordnung von Hoch- und Tiefdruckgebieten und damit weitgehend dem Zufall überlassen.



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