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Seit 1961 bekleidet Ewald Rose verschiedene Ehrenämter / Seinen letzten Vorstandsposten gab er nun auf

Nach fast 50 Jahren – der „Kyffhäuser von Reine“ tritt ab

Reine. Lang ist die Liste seiner Ämter, die er im Laufe der Jahre bekleidet hat. Jetzt, da er bald 75 Jahre alt wird, legte er am 13. Juli 2010 auch sein letztes Amt als Vorsitzender des Realverbands nieder: Ewald Rose, ein Urgestein aus Reine, tritt ab.

veröffentlicht am 28.07.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 13:21 Uhr

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Als echtes Reiner Kind am 11. Oktober 1935 in Reine, Haus Nummer 61 (heute Grundweg 2), geboren, wuchs er dort mit vier Geschwistern im Elternhaus auf, das der Großvater Heinrich Rose vor dem Ersten Weltkrieg gekauft hatte und von dem aus der Vater Heinrich Rose jeden Morgen zum früheren Grenzhof Pape in Dudenhausen marschierte, wo er als Gespannführer tätig war. Das „Marschieren“ lernte auch Sohn Ewald schon früh, von 1942 bis 1950 ging’s auf „Schusters Rappen“ zur Schule in Reinerbeck: Zweieinhalb Kilometer hin und auch wieder zurück, jeden Tag, bei Wind und Wetter, ob die Sonne brannte oder der Schnee in die Augen wirbelte, gemeinsam mit den anderen Reiner Mitschülern.

Dann kam die Konfirmandenzeit, der Unterricht lief bei Pastor Lange, der Ewald Rose auch 1950 in der Marienkirche zu Aerzen konfirmierte. Aus dieser Zeit sind Ewald Rose noch häufige sonntägliche Besuche mit dem Großvater bei der Tante auf Gut Schwöbber, wo der Onkel als Bodenmeister tätig war, in guter Erinnerung, Auch hier wurde zu Fuß marschiert, von Reine durch den Wald über Hilkenbreden nach Schwöbber. Nach der Schulentlassung begann auch für Ewald Rose „der Ernst des Lebens“. Er kam in den landwirtschaftlichen Betrieb des Patenonkels Willi Rose nach Luttrum im Kreis Hildesheim. Hier und auf der Landwirtschaftsschule in Holle erlernte er die Landwirtschaft von der Pike auf, kehrte 1953 nach Reine zurück und wechselte zum Straßenbau Schneidewind in Hameln. Im Jahre 1957 übte er dann für ein Jahr Verwaltertätigkeit auf dem Hof Pape in Dudenhausen aus, um dann bis 1962 in den Ziegeleien Aerzen und Jöllenbeck zu arbeiten. Ein erneuter Berufswechsel erfolgte im Jahre 1963 als Verkaufsfahrer bei der Firma Bier-Meyer in Hameln, von der er 1988 zur Getränkegroßhandlung Karl Fahrenkamp und Sohn nach Bösingfeld ging.

Zuvor, 1961, trat Ewald Rose in die Kyffhäuser-Kameradschaft Reine ein, wurde bereits 1962 Vorstandsmitglied und bald darauf 2. Vorsitzender. Ewald Rose war Mitbegründer der Kyffhäuser-Schießgruppe im Jahr 1968 und deren Schießwart von 1970 bis 1983. Als Initiator der Gründungen von der Frauenschießgruppe und der Jugendgruppe galt er als der „Kyffhäuser-Rose von Reine“ schlechthin. 1984 wurde er zum 1. Vorsitzenden gewählt, bis er aus Altersgründen 2002 dieses Amt zur Verfügung stellte.

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Gerade im letzten Amtsdrittel hatte er seine größten Erfolge: Zweimal holte er das Landesjugendlager nach Bösingfeld, und er gestaltete die Landesversammlung Niedersachsen auf dem Hamelner Finkenborn. Bereits 1993 war Ewald Rose zum Kyffhäuser-Kreisvorsitzenden Hameln-Pyrmont gewählt worden. Ein Amt, das er bis 2008 voll ausführte. Seine Arbeit wurde neben einer ganzen Reihe von Auszeichnungen am 21. März 2009 besonders gewürdigt, dabei wurde er mit der höchsten Auszeichnung „Kyffhäuser-Verdienstkreuz am Bande“ geehrt. Nach wie vor gilt sein besonderes Interesse der Kyffhäuser-Bewegung, sowohl in der Kameradschaft Reine als auch im Kreisverband Hameln-Pyrmont ist er Ehrenvorsitzender. Gern blickt er auf diese Zeit zurück, wenn er auf der Terrasse des Kyffhäuser-Vereinsheims in der Sonne „die Beine und auch die Seele baumeln lässt“, dem Gebäude, in dem auch der vereinseigene Schießstand untergebracht ist und den er in den 60er Jahren mitverwirklichen konnte. Und schmunzelnd verrät er, dass er in dieser bewegten Zeit kaum an einen eigenen Hausstand denken konnte, aber irgendwie habe es dann doch geklappt und 1967 heiratete er seine Ursula Rudolph aus Kassel.

Die Nachwirkungen eines früheren Motorradunfalls führten 1990 dazu, dass Ewald Rose arbeitsunfähig geschrieben wurde. Fortan erfreute er sich an seinem Garten, vielen Reisen, der Aufsicht im Realverband Reine und im Kyffhäuserbund, und er entdeckte ein neues Betätigungsfeld: die Kommunalpolitik. Bereits seit 1988 war er Mitglied der SPD und engagierte sich im Ortsrat. Am 30. Oktober 2001 wurde er aus dem Ortsrat verabschiedet. Sehr am Herzen lag ihm anschließend weiterhin die Pflege der Reiner Dorfgemeinschaft und darüber hinaus betätigte er sich lange Jahre als Vorstandsmitglied in der „Wassergemeinschaft Reine“ und der „Friedhofsgemeinschaft Reine“. Auch in der Gründungsliste des „Seniorenbeirats Aerzen“ ist Roses Name zu finden, und im benachbarten Reinerbeck gehört er der Feuerwehr, dem Sozialverband, dem Junggesellenclub und Senioren-Bosselclub an. Im „Kaninchenzuchtverein Extertal“ errang er sogar die „Lippische Landesverbandsmedaille“. 30 lange Jahre stand er an der Spitze des Realverbandes „Teilungs- und Verkoppelungsinteressenten Reine“. Vor einigen Tagen übergab er dieses Amt nun an seinen Nachfolger Ernst Noltemeier.

Ein echtes Reiner Kind: Das Bild zeigt Ewald Rose als Fünfjährigen im Jahr 1940.

70er Jahre: Ewald Rose mit dem damaligen Kreisvorsitzenden des Kyffhäuser-Bundes in Hameln-Pyrmont, Erich Weisang (Bild links). In den 80er Jahren (rechts) war Rose Vorsitzender der Kameradschaft in Reine und übernahm später ebenfalls den Kreisvorsitz.



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