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Bei Bäckereien sind Erhöhungen schon angekommen: Mischbrot zehn Cent teurer

Nach der Milch ist jetzt Getreide dran - Preise doppelt so hoch wie 2006

Rinteln (wm). Nach der Milch jetzt das Getreide: Zwischen 11 und 14 Euro kostete im Vorjahr der Doppelzentner - aktuell sind es zwischen 23 und 24 Euro je nach Qualität. Für Andreas Rath von der Raiffeisen-Landbund Verkaufsgenossenschaft ohnehin nur eine Momentaufnahme: "Das ändert sich laufend." Vor allem auch deshalb, weil Landwirte, die es sich leisten können, Getreide erst einmal in der Scheune lagern, in der Hoffnung auf weiter steigende Preise.

veröffentlicht am 15.09.2007 um 00:00 Uhr

Das Ende der Fahnenstange sieht Bäcker Volker Bredow aus Rinteln

Ann-Marie Strüwe vom Landfrauenverein in Rinteln sieht es mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Erfreulich sei, dass Landwirte endlich mal zum Zuge kommen, auf der anderen Seite schmälern steigende Lebensmittelpreise den Etat auch in den ländlichen Haushalten. Für Landwirte, die Schweine mästen und gleichzeitig Getreide anbauen, wie die Tegtmeiers in Möllenbeck, ist es ein Rechenexempel: Das Getreide verkaufen oder die Ferkel damit füttern, in der Hoffnung, dass die Preise für Schweinefleisch deutlich steigen. Renate Tegtmeier sieht es gelassen: "Schweinezucht war in allen Jahren eine wahre Berg - und Talfahrt." Warum Schweinefleisch teurer wird, wenn der Getreidepreis steigt, ergibt sich aus der schlichten Kalkulation, dass zehn Kilo Getreide gebraucht werden um ein Kilo Schweinefleisch zu erzeugen. Bei den Kunden der Bäckereien sind die höheren Getreidepreise bereits angenommen. Um ein Cent, verrieten die Bäckermeister Klaus Keßler aus Exten und Volker Bredow in Rinteln, seien die Preise für "normale Brötchen" gestiegen, rund zehn Cent kostet ein Mischbrot mehr. Für Bredow wie Keßler und ihre Kollegen nicht das Ende der Fahnenstange: Die Mühlen hätten bereits weitere Preissteigerungen angekündigt. Wie weit diese Kosten aufgefangen werden können oder an die Verbraucher weitergegeben werden, ließen die Bäcker offen. Uwe Marburger, Geschäftsführer bei Schäfer's Brot- und Kuchen-Spezialitäten GmbH in Kleinenbremen, macht sich keine Illusionen, dass langfristig die Preise zu halten sein werden: Schäfer habe nur deshalb noch nicht erhöht, weil man noch bis Ende des Monats Lieferungen zu vereinbarten Preisen von den Mühlen bekomme. Inzwischen seien die Mühlen aber nicht mehr bereit, Kontrakte länger als drei Monate abzuschließen. Vor allem Roggen sei extrem knapp geworden. Klaus Redeker von der Niedermühle im Kalletal nennt vor allem zwei Gründe: Durch das extrem trockene Frühjahr habe es diesmal eine nur "mittelprächtige" Getreideernte gegeben und die Anbauflächen seien durch den Boom der Biogasanlagen merklich geschrumpft. Steigende Getreidepreise treffen auch Reiterhöfe wie Pferdehalter(die Firma Eggersmann hat bereits erhöht und eine weitere Preissteigerung fürs Pferdefutter angekündigt) wie Brauereien - ob auch Hartinger-Bier teurer wird, war gestern allerdings nicht zu erfahren.



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