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Doppelbackofen im Meierhof-Backhaus erstmals angeworfen

Nach dem Umzug heizen die Gebrüder "Fridolin" ein

Kleinenbremen (ly). Alfred Raschke sind die Kleinenbremer irgendwie unheimlich. "Aber das ist ein positiver Eindruck", wie der stellvertretende Minden-Lübbecker Landrat sofort hinzufügt. Nicht nur Raschke nötigt der Kraftakt des Heimatvereins Kleinenbremen, ein riesiges Backhaus neu aufzubauen und gleichzeitig nebenan die Mönkhoff-Wassermühle zu sanieren, Respekt ab. Beim Anheizen der beidenÖfen des umgezogenen Backhauses Meierhof sparten daher auch die anderen Ehrengäste nicht mit Lob.

veröffentlicht am 16.10.2007 um 00:00 Uhr

Taufe: Der Schnaps, den Ofensetzer Harry Peter (rechts) sich und

"Sicher hat westfälische Beharrlichkeit ihren Ursprung in Kleinenbremen", meinte Portas Bürgermeister-Vize Dirk Rahnenführer halb im Scherz und sprach von einem Schmuckstück. Dabei hätten die Kleinenbremer nur "der Not gehorcht, nicht den eigenen Trieben", so Stadt- und Kreisheimatpfleger Dr. Gerhard Franke. In Not geraten sei ein historisches Bauwerk. "Der Bagger war schon bestellt." In einer spektakulären Rettungsaktion, so Walter Caselitz, Vorsitzender des Heimatvereins, sei es dann gelungen, das halb verfallene Backhaus vor dem Abtransport nach Niedersachsen zu bewahren. Stattdessen wurde es zerlegt und an anderer Stelle, auf dem Mönkhoff-Hof, wieder errichtet. Mittlerweile steht das 200 Jahre alte Gebäude (75 Quadratmeter Grundfläche, zweistöckig) unter Denkmalschutz, ist städtisches Eigentum und damit in Sicherheit. "Ein regelrechter Denkmal-Krimi", so Alfred Raschke. Als Schmuckstück des allein wegen seiner Größe imposanten Fachwerkbaus gilt der Doppel-Backofen. So etwas gibt es weit und breit nicht. "Das Backhaus ist im ostwestfälischen Raum einmalig und eine Rarität in Nordrhein-Westfalen", sagt Caselitz. "Nicht nur wir, sondern die Stadt Porta Westfalica und der ganze Mühlenkreis werden davon profitieren." Zurück zum Anheizen: Ofensetzer Harry Peter aus Minden brachte die beiden Öfen ohne Probleme auf rund 350 Grad Temperatur, eine Art Testlauf, der im Backhaus wohlige Wärme verströmte. Anschließend wurde das Duo auf die Namen "Fridolin I" und "Fridolin II" getauft. "Das kann sich jeder merken", erklärte Peter.

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