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11. Jahrgang des Adolfinums schnuppert Arbeitsluft in den heimischen Betrieben

Nach dem Praktikum: Pathologin will Franzi jetzt nicht mehr werden

Bückeburg (hn). Zwei Wochen Betriebspraktikum stand nach den Herbstferien für den 11. Jahrgang des Gymnasiums Adolfinum auf dem Stundenplan. Nicht die Schulbank drücken, sondern erste Erfahrungen in der Arbeitswelt machen, zu prüfen, ob der bisher angestrebte Traumberuf tatsächlich der richtige ist. Von der Apotheke bis hin zur Pathologie, die Praktikanten hatten in Schaumburg und Umgebung eine große Auswahl zur Verfügung, ihren Blick "hinter die Kulissen" eines Betriebes zu werfen.

veröffentlicht am 20.11.2006 um 00:00 Uhr

Eifrig den Lötkolben schwang Thorben Sudholz bei seinem Praktiku

Zum Beispiel Ronja Lötzer, die ihre zwei Wochen "Decora e vive" an der Langen Straße genoss. Wenn man in den Verkaufsraum kommt, eröffnet sich einem ein Duft von zimtigen Weihnachtskerzen, die gerade in der Auslage liegen, der Glanz von Glitter und Kristallglas fällt ins Auge. Inmitten dieser Pracht schwebt Ronja ins Lager und holt ein Paket voller Dekorationsartikel. "Um zehn Uhr fang ich an und helfe dabei, die Sachen nach draußen zu stellen", berichtet sie und setzt ein fröhliches Lächeln auf. Die Arbeit mache ihr Spaß und auch die Mitarbeiterinnen seien zufrieden mit ihr und ihrer Unterstützung. Nicht viel anders ist es bei Peter Krüger in der "Neuen Apotheke". Im klinisch weißen Kittel steht er da und ordnet die kleinen Medikamentenpäckchen in die Schubladen im hinteren Teil der Apotheke. Wenn er nicht einen Botengang macht, füllt er Tee und Bonbons ab oder ist wie jetzt mit dem Einordnen der Päckchen beschäftigt. "Traumberuf kann man nicht sagen, aber sehr interessant und schön ist es schon", beschrieb Peter seine Praktikumsstelle. Auch ungewöhnliche Berufsfelder wurden von den Schülern gewählt. Franzi Trommel verblüffte ihre Mitschüler, weil sie sich auf einen sehr außergewöhnlichen Praktikumsplatz beworben - und ihn auch erhalten hat: bei einem Facharzt für Pathologie in Minden. Ein prüfender Blick durchs Mikroskop und Franzi reicht den Objektträger an ihre Kollegin weiter: Ihr wurden keinesfalls Aufgaben wie Kaffeekochen oder kopieren aufgetragen, stattdessen durfte Franzi Gewebeproben einfärben, um dem Arzt die Diagnose zu erleichtern. "Pathologin will ich nicht mehr werden, aber Medizinerin auf jeden Fall. Vielleicht Chirurgin oder so etwas ähnliches." Weniger spektakulär, aber genauso erlebnisreich war die Arbeit der beiden "Wetterfrösche" Lina Fromme und Julian Loose in der Wetterstation des Flugplatzes Achum, gleich neben dem Tower. Zwischen Computern und Wetterkarten sitzen Linda und Julian. Sie versuchen sich schon einmal als Wetterpropheten und versuchen vorherzusagen, "wie morgen wohl das Wetter wird". Sie lagen daneben. Das Wetter wird Thorben Sudholz nicht weiter interessieren, denn er sitzt in der warmen und nach Lötzinn riechenden Produktionshalle von Bernstein Sicherheitselektronik in Röcke. "Thorben darf eigentlich alles machen, was ein Auszubildender im ersten Lehrjahr auch macht", erklärt sein Praktikumsbeauftragter, der ihm immer wieder über die Schultern schaut und erklärt, was er zu tun hat. Sein Lob: "Ich bin sehr zufrieden". Henning Nerge, der in der Redaktion der Landes-Zeitung sein Praktikum absolvierte und bei seinen Mitschülern nachfragte und diesen Artikel schrieb, ist klar: "Ein recht interessanter Beruf, aber ob ich Redakteur werden will?" Wie seine Mitschüler wurde er auch von uns in die tägliche Arbeit eingespannt, schrieb Meldungen, griff zum Telefon, wenn es etwas zu klären gab oder absolvierte - in Begleitung - Termine.

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