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Bürgermeister-Stellvertreter: SPD fordert geheime Wahl - fünf Gegenstimmen für Schmidt (CDU)

Nach 19 Minuten ist es mit der Harmonie vorbei

Auetal (rnk). Nach genau 19 Minuten ist es mit der vorweihnachtlichen Harmonie in der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates vorbei: Dann wird die Urne für den ersten geheimen Wahlgang aufgebaut.

veröffentlicht am 15.11.2006 um 00:00 Uhr

Noch ist Friedrich Gärling (M.) amüsiert: Die Wahlurne wird aufg

Zu erwarten war dies nach dem bisherigen Verlauf nicht. In seltener Einigkeit hatten die Fraktionen von WGA und CDU sowie die Gruppe SPD/Grüne Kai-Uwe Gellermann (SPD) zum neuen Ratsvorsitzenden und Christian Wenthe (CDU) und Siegbert Held (WGA) zu seinen Stellvertretern gewählt; einstimmig war anschließend der Beschluss ausgefallen, die Zahl der Beigeordneten im Verwaltungsausschuss um zwei zu erhöhen, und die Besetzung dieses Ausschusses hatte nicht mehr Zeit benötigt, als die Verlesung der Namen dauerte. Und zumindest bei der CDU war die Verblüffung groß, als anschließend Ursula Sapia (SPD) bei der Wahl der beiden Stellvertreter-Posten des Bürgermeisters geheime Wahl beantragte. Schließlich waren beide Personalien kurz nach der Wahl schon zwischen CDU und SPD geklärt: Manfred Spenner (SPD) sollte weiterhin das Amt des ersten Stellvertreters ausüben, Torben Sven Schmidt (CDU) sollte für Hartmut Kuhlmann, der sein Mandat nicht angenommen hatte, zweiter Stellvertreter werden. Bei den beiden Urnengängen erhielt Spenner anschließend 18-Ja- und eine Nein-Stimme, Schmidt musste fünf Nein-Stimmen hinnehmen. Nach der Sitzung sprach der Auetaler CDU-Chef Friedrich Gärling dann auch von einer "Enttäuschung": Seine Fraktion habe Spenner einstimmig mitgetragen, man habe sich ein ähnliches Ergebnis dann auch für den eigenen Kandidaten gewünscht. Weshalb sie in einer inhaltlich eher nebensächlichen Frage eine geheime Abstimmung beantragt habe, wollte Sapia nach Sitzungsende auf Anfrage nicht beantworten: Das sei ein demokratisches Mittel, so die SPD-Ratsfrau. Zügig und ohne Überraschungen verlief das Zugriffsverfahren auf die vier Fachausschüsse, die dem Rat zuarbeiten werden. Die Gruppe SPD/Grüne sicherte sich den (umbenannten) Umwelt- und Bauausschuss, dem Andreas Watermann (SPD) vorsitzen wird. Die CDU wird durch Thorsten Niedert den Schulausschuss leiten, SPD/Grüne werden durch Imke Mc Ginty dem Jugend- und Sozialausschuss sowie die WGA durch Heinrich Wente dem Feuerschutzausschuss vorsitzen. Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Thomas Priemer seine Ziele und Wünsche für die anstehende Legislaturperiode formuliert: eine Haushaltskonsolidierung, die den Namen auch verdient, ein familienfreundliches Auetal, in dem zu wohnen sich lohnt, und ein Umgang im Rat, der von Respekt getragen wird und in dem man gemeinsam die Herausforderungen der nächsten Jahre annimmt. Anschließend verpflichtete Priemer alle Ratsmitglieder per Handschlag und nahm den zupackenden Griff der Auetaler Politiker als symbolgeladenen Wechsel auf die Zukunft: Das solle das Leitbild der gemeinsamen Zusammenarbeit sein. Das letzte Wort hatte in der ersten Sitzung dann der neue Ratsvorsitzende. Gellermann bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und dafür, dass Zwischenrufe in der ersten Sitzung ausgeblieben seien. Bei der Ursachenforschung wurde er dann schnell fündig: "Ich sitze ja jetzt hier vorne."

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