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Sachsenhäger Bürgerbus ist Geschichte

Nach 140 000 Kilometern die allerletzte Fahrt

Sachsenhagen (jpw). Der Bürgerbus in der Samtgemeinde Sachsenhagen ist Geschichte. Nach etwas mehr als zweieinhalb Jahren ist der Versuch, mit viel ehrenamtlichem Einsatz über einen Trägerverein eine Buslinie zu betreiben, beendet worden.

veröffentlicht am 15.12.2008 um 00:00 Uhr

Fahrer Jochen Schwidlinski kommt von der letzten Tour vom Bahnho

Ausgerechnet der ehrenamtliche Fahrdienstleiter Jochen Schwidlinski steuerte als Fahrer den Bürgerbus nach rund 140 000 Kilometern auf seiner unwiderruflich letzten Runde. "Das war's", sagte Schwidlinski nur kurz an der Haltestelle auf dem Sachsenhäger Marktplatz. "Schade." Schwidlinski war für die Aufstellung der Fahrpläne und die Fahrerorganisation zuständig. Vor rund drei Jahren hatte das Experiment mit viel ehrenamtlichem Engagement und Arbeitüber einen Trägerverein eine Buslinie zu betreiben in der Samtgemeinde begonnen. "Wir hatten gehofft, aufgrund der anfänglichen Nachfrage mehr Pendler binden zu können", resümiert Roland Reichert, der innerhalb der Samtgemeindeverwaltung für die Bürgerbus-Organisation zuständig ist. Auch der Bedarf für einen Busverkehr innerhalb der drei Gemeinden Sachsenhagen, Wölpinghausen und Auhagen bestehe nicht. Nur "ein bis zwei Leute" haben den Bus nach Reicherts Angaben stetig zum Pendeln genutzt, bis zum April dieses Jahres stieg die monatliche Zahl der Nutzer immerhin auf 120 Personen - aber viel zu wenig, um den Bürgerbus wirtschaftlich betreiben zu können. Da hatte es auch nichts genutzt, dass Trägerverein und Samtgemeindeverwaltung nach einigen Verhandlungen erreicht hatten, dass der Bus von Sachsenhagen aus bis zum Bahnhof Wunstorf ohne Halt in Mesmerode durchfahren konnte, das Interesse blieb mehr als verhalten. Über Sommer - der Beschluss zur Stilllegung war gefallen - sackte die monatliche Zahl bis auf 80 ab, im November nutzten noch 70 Mitfahrer den Bürgerbus. Mehr als 20 ehrenamtliche Fahrer haben von Beginn an bis zum Sommer mit viel Ausdauer und Engagement zur Stange gehalten - auch wenn sie an manchen Tagen auf ihren Touren nicht einen Fahrgast zu Gesicht bekamen. Nach dem Beschluss der Stilllegung und der trotzdem notwendigen Fortführung des Linienbetriebes bis zum Fahrplanwechsel verblieben noch acht Fahrer, die die Touren des Bürgerbusses - in der Hauptsache von und zu den Bahnhöfen nach Wunstorf und nach Lindhorst fuhren. Nach der Einstellung des Fahrbetriebes besteht der Trägerverein noch weiter, die Geschäfte müssen noch bis zum Ende abgewickelt werden, vermutlich in der Mitgliederversammlung im Januar entscheidet der Verein über den Verwendungszweck für den ehemaligen Bürgerbus.



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