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"Nicht Naturschutz gegen Sport ausspielen" / Mögliche Alternative: Platz zur Sandkuhle umsiedeln

Nabu kritisiert Pläne zur Sportplatz-Erweiterung

Krankenhagen (crs). Mit Unverständnis verfolgt der Naturschutzbund Rinteln die Diskussion um die Erweiterung des Sportplatzes Krankenhagen, bei der mit einer Teillöschung des Naturschutzgebietes "Auf dem Knickbrink" geliebäugelt wird. "Es kann nicht sein, dass man auf diesem Wege versucht, den Naturschutz gegen den Sport auszuspielen", kritisieren Nick Büscher und Thomas Brandt, Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Rinteln, diese Pläne scharf.

veröffentlicht am 06.04.2006 um 00:00 Uhr

Bevor man eine derartige Zerstörung eines "wichtigen und empfindlichen Schutzgebietes" in Kauf nehme, solle man sich nach sinnvollen Alternativen umsehen, appellieren die Naturschützer an die Verantwortlichen. Denn schon in der Vergangenheit sei dieses Naturschutzgebiet durch Parkplatz und Tribüne beschnitten worden. Als "pikant" bewerten Büscher und Brandt auch die Tatsache, dass sich das Gelände im Eigentum der Stadt Rinteln befindet, die damit eine weitere Zerstörung des Naturschutzgebietes billigen würde - wobei zeitgleich Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz den besonderen Schutzstatus eines anderen schutzwürdigen Gebietes inMöllenbeck propagiere. "Einerseits ein bestehendes Naturschutzgebiet empfindlich zu schädigen und andererseits das naturschutzfachlich strittige Naturschutzgebiet ,Auf dem Mühlenberg' wahlkampftauglich zu propagieren, wäre mehr als unglaubwürdig", so die beiden Vorsitzenden des Nabu Rinteln. Mit dem Raubbau an vorhandenen Schutzgebieten müsse nun endlich Schluss sein, fordern Büscher und Brandt. "Allein im letzten Jahr wurden 30 Hektar Landschaftsschutzgebiet für ein Windvorranggebiet und 30 weitere Hektar für Sandabbau in Möllenbeck gelöscht", erinnern die Naturschutz-Experten. Diese Entscheidungen seien "besonders peinlich"vor dem Hintergrund, dass der Landkreis Schaumburg einer der Landkreise mit der geringsten Fläche an Naturschutzgebieten in ganz Niedersachsen ist. Stattdessen schlägt der Naturschutzbund eine ganz andere Alternative vor: die Umsiedlung des gesamten Sportplatzes. Denkbar und vereinbar mit Natur- sowie Sportbelangen wäre eine Umsiedlung vom Knickbrink hin zum Gelände der Sandkuhle Kuhlmann. Für die Naturschützer eine in vielerlei Hinsicht günstige Lösung: "Dort könnte ein vernünftiger, turnierfähiger Platz angemessener Größe entstehen. Parkplatzprobleme gäbe es dort auch nicht, da schon allein durch den anliegenden Verbrauchermarkt Parkmöglichkeiten vorhanden sind, die erweiterbar wären", erläutern Brandt und Büscher. Außerdem würde sich der Verkehr zum Sportplatz nicht mehr durch Wohngebiete in Krankenhagen schlängeln müssen, sondern der Platz wäre über die Extertalstraße zu erreichen. Es sei jetzt am Willen der Stadt Rinteln gelegen, die Belange von Naturschutz und Sport miteinander zu vereinbaren. "Auf diese Weise wäre beiden Seiten geholfen", so die Vorsitzenden des Nabu .

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