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Polizei sieht keine Verbindung zum Mordfall Pagacz-Znoj / Alter soll in zwei Wochen feststehen

Mysteriöser Schädel: Rätselraten über Herkunft

Hohenrode (crs ). Eine gute Woche, vielleicht zwei: Länger soll es nicht dauern, bis die Experten das Alter des bei Hohenrode in einem Kanalrohr gefundenen Schädels ermittelt haben. Davon geht Uwe Steding als Leiter des Rintelner Kriminalermittlungsdienstes derzeit aus.

veröffentlicht am 21.02.2007 um 00:00 Uhr

Eine Verbindung zum tödlichen Streit zwischen den Eheleuten B. sieht die Polizei nach wie vor nicht. Für ähnlich unwahrscheinlich hält Steding einen Zusammenhang mit dem noch immer ungelösten Mordfall Krystyna Pagacz-Znoj. Die in Rinteln lebende gebürtige Polin war am 12. November 2000 in einem kleinen Waldstückunweit der Landesstraße 443 bei Hohenrode tot aufgefunden worden. Wer die 48-Jährige erwürgt und ihre Leiche an den Fundort gebracht hatte, ist bis heute ungeklärt. "Wir haben diesen Fall selbstverständlich im Hinterkopf", erklärt Steding, "ein direkter Bezug ist aber unwahrscheinlich." Der Schädelfund bleibt rätselhaft, zu viele Fragen sind noch offen. Fest steht bislang allein das Alter des Mannes zum Zeitpunkt seines Todes: 25 bis 35 Jahre. Weniger eindeutig ist, wie lange der Schädel bereits in dem Hohenroder Kanalrohr lag. Einen Anhaltspunkt liefern Pflanzenkeimlinge, die am Schädel gefunden wurden: Deren Alter lässt Experten auf eine Liegezeit von etwa zwei Jahren schließen (wir berichteten). Entscheidend für die weiteren Ermittlungen aber ist das Alter das Schädels - und diesbezüglich tappen die Rechtsmediziner derzeit noch im Dunkeln. Ein Relikt aus der Steinzeit, ein Toter aus dem Zweiten Weltkrieg, ein Todesfall aus der jüngeren Vergangenheit: Alles scheint möglich. Von dem Untersuchungsergebnis aber hängt die künftige Vorgehensweise der Polizei ab. "Wenn es sich um einen prähistorischen Fund handelt, werden wir die Sache wohl eher ruhen lassen", sagt Steding. Hinweise auf ein - vergleichsweise - aktuelles Verbrechen habe die Polizei derzeit jedenfalls nicht. Dass jemand den Schädel im Kanalrohr abgelegt hat, muss nach Einschätzung der Polizei nicht zwangsläufig ein Verbrechen zum Hintergrund haben. Um die Ermittlungen möglichst breit anzulegen, öffnet sich die Polizei auch Gedankenspielen, die auf den ersten Blick eher abwegig erscheinen. Hat jemand einen - aus welchen Gründen auch immer - in seinem Haus herumliegenden alten Schädel entsorgt? Könnte ein Soldat, beispielsweise aus Afghanistan, einen Totenschädel aus einem Krisengebiet mitgebracht haben? Gab es vielleicht "Schwarze Messen" in der Umgebung? "Alles ist denkbar, wir schließen nichts aus", bleibt Steding vorsichtig. Zumindest das Gebiss des Toten könnte eine der Spekulationen stützen. Wegen des auffallend schlechten Zustands der Zähne hält die Polizei es für möglich, dass der Mann nicht Zeit seines Lebens in Deutschland gelebt hat. Gestern aufkommenden Spekulationen, an der Hünenburg könnten Schwarze Messen abgehalten worden sein, erteilt die Polizei eine Absage: "Solche Vorfälle sind uns nicht bekannt." Strafrechtlich wäre dies ohnehin allenfalls eine Störung der Totenruhe. Bis das Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchungen vorliegt, will die Polizei weiter Hinweise sammeln. Dankbar sind die Ermittler auch für - bislang noch rar gesäte - Tipps aus der Bevölkerung: (05751) 9545-0.



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