weather-image
16°
×

Rasanter Querschnitt über 50 Jahre Blasmusik mit acht Kapellmeistern in Bruns’ Scheune mit Tanz op de Deel

Musikzug der FFW in Dörpe hat richtig Schwein gehabt

Dörpe (ist). Richtig Schwein haben sie gehabt, die Dörper! Weil Werner Bokelmann vor einem halben Jahrhundert sein Borstenvieh – wie in fortgeschrittener Bierlaune versprochen – ein Jahr hindurch „umsonst“ gefüttert und anschließend vom Verkaufserlös die ersten Instrumente zur Musikzuggründung erstanden und gestiftet hatte.

veröffentlicht am 19.05.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:41 Uhr

Dörpe (ist). Richtig Schwein haben sie gehabt, die Dörper! Weil Werner Bokelmann vor einem halben Jahrhundert sein Borstenvieh – wie in fortgeschrittener Bierlaune versprochen – ein Jahr hindurch „umsonst“ gefüttert und anschließend vom Verkaufserlös die ersten Instrumente zur Musikzuggründung erstanden und gestiftet hatte. Dass diese „Schweinerei“ durchaus nicht „umsonst“ gewesen war, wie er sich seinerzeit ausgedrückt hatte, davon konnten sich sowohl Musikzugurvater Bokelmann, der mittlerweile vor seinem Neunzigsten steht, wie auch Heerscharen gut gelaunter Gäste bei der Jubiläumsfeier zum 50. Geburtstag des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr in Bruns‘ Scheune überzeugen: Bei zünftiger Blasmusik vom Deutschmeister-Regimentsmarsch, passend zur Kaffeetafel „Aber bitte mit Sahne“, über Polka, Rock und Pop wurde ein rasanter Querschnitt durch 50 Jahre Blasmusik mit acht Kapellmeistern serviert, bei Kaffee und Torten ohne Ende, Bratwurst, Bier und Tanz op de Deel bis in den frühen Morgen.

Und dass jene Christel, wie der Chronist versichert, 1960 gut beraten war, ihre „Kaie“ (Kühe) anzubinden, um sie am möglicherweise entsetzten Davonstürmen aufgrund noch nicht ganz vollendet harmonischen Zusammenklanges während der ersten Bläserstunden zu hindern, blieb am Geburtstag unbeantwortet – liegt aber nahe: Heutzutage jedenfalls ist Rindvieh in Dörpe Fehlanzeige – möglich, dass Christel nicht immer über alle Probentermine informiert war… Immer informiert und mit Freude präsent, wenn Dörper Blech geblasen wird, sind dagegen Feuerwehr und Fanclub des Musikzuges und sorgen sowohl für Rundum-Logistik im kulinarischen als auch Roadie-Service jenseits der Musik. 31 Musiker, 40 Fanclubmitglieder – das sind Familie, Freunde, und wer immer Lust hat sowie die aktive Feuerwehrtruppe, die im Juni ihr 85-Jähriges feiert, sorgen für „Stimmung wie im Kölner Karneval“, jubelt Marion (67) und schwenkt begeistert die Kaffeetasse vor der Scheune. Sie muss es wissen, weil sie die Alaaf-Hochburg vor drei Jahren gegen das Dorf am Nesselberg tauschte und hier nicht mehr weg will. „Einfach immer tolle Stimmung hier, feiern, fröhlich sein, das passt.“ Arnhild Weibke aus Marienau ist heute spontan Fanclubmitglied geworden, vergnügt sich sichtlich, fasst an, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird. „Die gute Stimmung bei uns“, sagt Musikzugführer Michael Kämmerer, „kommt nicht von ungefähr. Bei uns harmonieren Alt und Jung nicht nur musikalisch hervorragend.“ Das Durchschnittsalter liegt bei 40 Jahren. „Nachwuchsprobleme gibt es nicht, weil wir ein Riesenrahmenprogramm neben der Musik haben.“ „Und deshalb“, fügt seine Stellvertreterin Julia Zerrfuchs (22) hinzu, „gehen auch wir ganz locker und cool auf die Hundert zu.“

Musikzug und Fanclub beim Fototermin der Jubiläumsfeier


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige