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Besuch im Musikgarten für Babys und kleine Kinder: Wie Musik zu einem Entwicklungsvorsprung verhilft

Musikalische Nahrung für Körper, Seele und Gehirn

Rolfshagen. Es ist gar nicht so einfach, sich auf die Musik zu konzentrieren. Wann kann man schon mal am Kickergriff drehen? Oder einen richtigen Billardstock in die Hand nehmen? Aber dann geht es auch wieder zurück auf die große Kuscheldecke, hin zur Rassel oder zum Klangholz, hin zu Mama und Papa, die fleißig mitsingen. Willkommen im "Musikgarten" von Swetlana Strecker. Immer donnerstags lädt die staatliche geprüfte Musiklehrerin in den Jugendtreff, um 30 Minuten mit den Kleinen zu spielen, musikalisch zu spielen, denn das gemeinsame Musizieren ist schon in früher Phase für das Kind Nahrung - für Körper, Seele und Gehirn. Und diese Förderung kann gar nicht früh genug begonnen werden, erklärt Strecker: "Babys erkunden mit Hingabe Körper und Stimme. Sie untersuchen alles in ihrer Umgebung, was rasselt und knistert, leuchtet und klappert." Und das ist dann der richtige Moment, um Rasseln, bunte Tücher oder Hölzer auszuprobieren.

veröffentlicht am 01.06.2007 um 00:00 Uhr

Swetlana Strecker

Autor:

Frank Westermann

Natürlich werden die wenigsten Kinder den so genannten "Musikgarten", den das Institut für elementare Musikerziehung in Mainz entwickelt hat, als neuer kleiner Mozart verlassen. "Aber das ist auch gar nicht das Ziel", erklärt die Musikpädagogin aus Rolfshagen. Es gehe eher darum, das die Kinder ein Gefühl für die Schönheit und Wirkung der Musik entwickeln würden. Die lizensierte Musikgarten-Lehrerin legt Wert auf eine ausgewogene Mischung aus Singen und Sprechen, Bewegung und Instrumentalspiel - das bringt Abwechslung. Kreisspiele und Tänze führen dabei zu erstem Gemeinschaftsgefühl und Gruppenerfahrung. Fördert Musik die ganzheitliche Entwicklung der Kinder? "Ja", ist Strecker sicher: Kinder, die Musik machen, sind kreativer, sozialer und intelligenter als ihre Altersgenossen. Denn eigentlich würden Kinder ja schon als Musiker zur Welt kommen: "Sie haben ein sicheres Rhythmusgefühl, denn über Monate haben sie ja den Herzschlag der Mutter erlebt. Sie kennen die Stimmen der Eltern, bevor sie ihre Gesichter zum ersten Mal sehen." Strecker: "Wir arbeiten mit der natürlichen Veranlagung der Kinder." Kinder, die eine musikalische Ausbildung genossen haben, sind in der Altersentwicklung weiter, erklärt Beate Handierk: "Egal, ob sie im Elternhaus oder bei der Früherziehung mit Musik in Berührung kommen, es tut ihnen gut", erklärt die Leiterin des Rolfshäger Kindergartens. Einen besseren Klangrhythmus, ein Gespür für kleine Melodien und ein besseres Gehör attestiert Handierk den Kindern, die früh - in welcher Form auch immer -, mit Musik in Berührung kommen: "Sie können sehr viel besser laut und leise unterscheiden." Außerdem seien Kinder, die schon vor dem Kindergarten mit anderen gespielt hätten, auch in ihrer persönlichen Entwicklung weiter: Sie könnten sich schneller und besser integrieren, weil sie schon Gruppenerfahrung hätten: "Sie denken nicht mehr ich, ich, ich, sondern können über sich selbst hinwegdenken." Ihren "Musikgarten für Babys" öffnet Swetlana Strecker immer donnerstags um 10.15 Uhr für Kinder vom Babyalter bis etwa drei Jahre, und am Montag ab 15.20 Uhr für Kinder ab drei oder vier Jahren zum Thema "Wir machen Musik", jeweils im Jugendtreff Rolfshagen. Drei Kurse bietet sie auch in Stadthagen an. In der Musikschule Mensching mittwochs von 9.30 Uhr für Kinder ab 18 Monate bis drei Jahre, anschließend heißt es ab 10.05 Uhr "Wir machen Musik" für Kinder ab drei oder vier Jahren. Dienstags bietet sie diesen letzten Kurs ab 16 Uhr in der Integrierten Gesamtschule an. Ein Elternteil ist immer mit dabei, denn das istüberaus wichtig: Das Kind ahmt nach, was Papa und Mama vormachen, und es fühlt sich in deren Nähe sicher. Und so regt Swetlana Strecker immer wieder an, nicht nur im Musikgarten mit den Kindern zu singen, sondern überall: beim Wickeln und Baden, beim Spielen und Spazierengehen. Ihre Hoffnung dabei: "So viel Spaß an der Musik zu vermitteln, dass sie die Kinder ein Leben lang begleitet."

Mit Musik immer in Bewegung: Klara und Ann-Kathrin. Foto: rnk
  • Mit Musik immer in Bewegung: Klara und Ann-Kathrin. Foto: rnk


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