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Schaumburger Shanty-Chor nimmt Zuhörer mit auf große Fahrt / Viel Beifall im Kursaal

Musikalisch unterwegs zu karibischen Inseln

Bad Eilsen (sig). Größer konnte der Kontrast kaum sein: Im Kursaal weckten kräftige Männerstimmen Träume von weißen Stränden, Palmen, blauem Himmel, Wind und Wellen - und draußen zauberten dicke Schneeflocken die schönste Winterlandschaft herbei. Niemanden hätte es gewundert, wenn der Schaumburger Shanty-Chor nach der Pause ein paar Winterlieder eingestreut hätte.

veröffentlicht am 27.03.2008 um 00:00 Uhr

Der 1989 gegründete Schaumburger Shanty-Chor, der seinen Sitz in

Es ist ja nicht das erste Mal, dass sich Petrus wenig um den Kalender schert. Wenigstens taten das aber die rund 30 Männer, die den Zuhörern im gut gefüllten Kursaal Appetit machten auf schöne Ferientage in sonnigeren Gefilden. Wer wäre da nicht kurz entschlossen zum nächsten Hafen geeilt und hätte dort ein schnittiges Traumschiff bestiegen? Dazu passte das Auftaktlied "Schiff ahoi und gute Fahrt", mit dem die Männer in den weißen Hosen, blauen Jacken und den roten Halstüchern nacheinander die Bühne bestiegen. Erstes Reiseziel war die Karibik. Unbeirrt von Wolken, stürmischen Winden und Wogen steuerten die im Nordkreis angesiedelten Sänger dorthin, wo der Himmel das ganze Jahr über blau ist. Was danach kam, stand auf keinem Programmzettel und war eine dickeösterliche Überraschung. Mireille Mathieu ist nicht gerade für Seemannsweisen bekannt, aber plötzlich stand sie in vierfacher Ausfertigung auf der Bühne des Eilser Kursaals. Vier dunkle Pagenköpfe und vier gleiche knöchellange Kleider sorgten zunächst einmal für Irritationen. Ein Frauenkopf mit Schnurrbart und ein paar beharrte Beine, die beim Tanzen für Sekundenbruchteile frei lagen, beendeten das Rätselraten. Die Frauenstimme war nur eine Anleihe vom Band. Eine umjubelte Shownummer! Emotional ganz anders berührt waren die Besucher bei dem Schunkelsong "Rot sind die Rosen" und bei "Rum aus Jamaika", der zum Repertoire jedes Shantychores gehört. Mit dem Potpourri "Auf der Reeperbahn", das zum Mitsingen einlud, läutete der Gastchor den Ausklang der zweistündigen Veranstaltung ein. Beim "Dankeschön und auf Wiedersehen" wedelten zahlreiche Zuhörer zum Abschied mit weißen Tüchern. Stark vertreten waren die Mitglieder des Fanclubs der kernigen Kehlen aus dem Norden des Schaumburger Landes. Erfreulich, dass der musikalische Background nicht vom Tonträger kam, sondern von einem Instrumentaltrio. Der junge Chorleiter Igor Tomanoski spielte das Akkordeon, Friedhelm Jeschke die E-Gitarre und Peter Kunze die Bassgitarre. Für die mit Anekdötchen angereicherte Moderation war Horster Deter zuständig. An der Showeinlage waren Dieter Augstein, Hans-Jürgen Konsog, Peter Förster und Horst Marschke beteiligt. Für die Qualität des Chores spricht der volle Terminkalender. Einer der Höhepunkte ist die Teilnahme an einem internationalen "Singen unterm Mast" in Bremen.



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