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Sensibles Thema Lärm: Marktmeister Pleitner verwarnt Bodega-Betreiber Sanal / "Akt der Notwehr"

Musik nach Mitternacht: Stadt zeigt Gelbe Karte

Rinteln (ur). "Ist das jetzt die Antwort der Verwaltung auf meine Kritik an bestimmten Aspekten des Stadtfestes?", fragt sich Arif Sanal von der Bodega, nachdem er zwischenzeitlich ein Schreiben von Marktmeister Jürgen Pleitner erhalten hat, mit dem ihm angekündigt wird, dass er in Zukunft bei der Vergabe von Standplätzen bei Veranstaltungen der Stadt Rinteln nicht mehr berücksichtigt werde.

veröffentlicht am 25.08.2006 um 00:00 Uhr

Konkreter Vorwurf des amtlichen Stadtfest-Organisators: "An den beiden Veranstaltungstagen Sonnabend und Sonntag wurde festgestellt, dass an Ihrem Stand mit nicht unerheblicher Lautstärke ein Musikwiedergabegerät betrieben wurde, von dem eine nicht unerhebliche Lärmbeeinträchtigung auf die Nachbarstände ausging." ImÜbrigen sei es dadurch zu einer belästigenden Doppelbeschallung gekommen, und der Betrieb der Musikanlage nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung um 24 Uhr sei ein Verstoß gegen die Nachtruhe gewesen, erläutert Pleitner weiter: "Erst durch massives Einschreiten meinerseits erfolgte ein Ausschalten des Gerätes." Das Schreiben schließt mit der Ankündigung: "Aufgrund dieses vorsätzlichen Verstoßes kann ich bei etwaigen zukünftigen Veranstaltungen Ihnen keinen Standplatz in Aussicht stellen." Sanal hingegen sieht im Abspielen eigener Musik einen "Akt der Notwehr". Die Aussteuerung der Musik von der Bühne sei so schlecht gewesen, dass die Besucher des Bodega-Standes kaum noch etwas hören konnten. "Wir und andere Standbetreiber haben dies schon beim Weinfest kritisiert und da wurde zugesagt, Abhilfe durch den Aufbau zusätzlicher Lautsprecher im Marktbereich zu schaffen - geschehen ist in dieser Hinsicht aber überhaupt nichts!" Er habe insofern einen besonderen Beitrag zum Stadtfest geleistet, als er an beiden Tagen Cocktails zum "Happy Hour"-Preis angeboten habe: "Serienweise kamen die Leute vom völlig überteuerten Diskostand eines auswärtigen Anbieters zu uns, um sich mit Drinks zu versorgen. Wenn die Stadt für solche Preistreiberei in Zukunft noch ein Monopol organisiert, werden solche Feste erheblich an Attraktivität verlieren!" Auf Nachfrage bei Marktmeister Jürgen Pleitner hört sich die ursprüngliche generelle Aufkündigung jeder künftigen Zusammenarbeit schon wesentlich moderater an: "Es lagen Beschwerden vor, auf die ich reagieren musste. Offenbar sind die Innenstadtbewohner durch die Diskussion um den nächtlichen Lärm vom Doktorsee-Fest sensibilisiert worden und achten sehr genau darauf, dass nach Mitternacht die Musik eingestellt wird." Er habe mit seinem Schreiben "mal die gelbe Karte gezeigt", erläutert Pleitner sein Vorgehen. Doch solle eben jeder wissen, dass er notfalls auch die rote Karte ziehen müsse: "Natürlich hoffe und setze ich auch in Zukunft auf gute Zusammenarbeit mit solch kreativen Partnern. Der Brief ist im Grunde lediglich als Wink mit dem Zaunpfahl gedacht!"

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