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Zuhörer hält es im Kursaal nicht auf den Sitzen / Mehr als eine Generation von alten Hits begeistert

Musicalstars sorgen für perfekte Abba-Show

Bad Eilsen (sig). Sie sind unsterblich: die Melodien der einstigen schwedischen Kultgruppe Abba. Zumindest etliche davon. Wenn man bedenkt, dass so mancher Songwriter froh darüber ist, in seiner Schaffensperiode wenigstens einen echten Hit auf den Markt gebracht zu haben, dann versetzt einen diese Leistung schon in Erstaunen. Welche überschäumende Begeisterung gut gemachte Coverversionen auslösen können, das zeigten über 500 Besucher der Abba-Show am Freitagabend im Eilser Kursaal.

veröffentlicht am 21.01.2008 um 00:00 Uhr

Im voll besetzten Kursaal gab es kein Halten mehr, als bei der A

Tatsächlich: Wer die Augen zumachte, der hatte keine Schwierigkeiten, sich der Illusion hinzugeben, dass dieses Quartett wieder zusammengefunden hätte. Die gesangliche Qualität der zum zweiten Male von der Kurwaltung Bad Eilsen verpflichteten Gruppe aus London hatte das Niveau einer sehr guten Musicalbesetzung. Und wer seine Augen offen hielt, der sah auch erstaunliche optische Annäherungen. In die Rolle der blonden Agnetha war Karen Graham geschlüpft. Sie ist die Leaderin der Gruppe und auch für die künstlerische Gestaltung zuständig. Ihr dunkelhaariges Pendant ist Emma Louis Jones als Anni-Frid. Als Benny präsentierte sich der temperamentvolle Sänger und Keyboarder Andrew Bowen und als Björn der singende und rockende Gitarrist MarkStratton. Die Sogwirkung dieses Gastspiels unter dem Motto "Dancing Queen" war schon im Vorfeld schnell deutlich geworden. Eine halbe Stunde vor dem Beginn gab es im Kursaal kaum noch freie Plätze. Draußen wurde das Parken der Fahrzeuge problematisch, denn der Konzertgarten war unerwartet gesperrt worden. Deshalb versperrten dann auch einige Autos die direkte Zufahrt. Eigentlich wollte man wohl das Gegenteil erreichen. Und im Saal konnten es die Besucher gar nicht erwarten, dass die Show beginnt. Sie klatschen die Akteure förmlich herbei. Umringt von farbigen Lichtarmen, versprach Karen Graham, gehüllt in ein wallendes Goldgewand: "Its time to have a wonderful party." Und dann ging es mit "Super Trouper" auch gleich mit einem solchen Schwung los, dass die meisten ihre Füße und Hände nicht stillhalten konnten. Beim Hit "S.O.S" formierten sich die Zuhörer zu einem großen Chor, der stimmgewaltig und ohne lange Anforderung mitsang. Bei "I do, I do" und "Voulez vous" war es dann mit der Fassung der Abba-Fans geschehen. Sie hielt es nicht mehr auf den Sitzen; sie reckten die Arme in die Luft, klatschten rhythmisch, und einige tanzten sogar vor der Bühne. Es wurde immer ekstatischer im Saal, in dem keineswegs nur eine Generation saß, die mit der Kultgruppe groß geworden ist. Die Musik von Abba bleibt ein Stimmungsmagnet, ein unnachahmbarer mitreißender Sound, der zu einem musikalischen Synonym wurde für die beste schwedische Gesangsgruppe der heiteren Muse. Dazu tragen solche Songs bei wie der Grand-Prix-Hit "Waterloo", wie "Mamma Mia", "Fernando", "Money, money" und "Take a chance on me" bei. Sollten die britische Covergruppe 2009 erneut nach Bad Eilsen kommen, dann ist es keine Kunst, einen wiederum restlos gefüllten Kursaal vorherzusagen. Diese Vier vermitteln auf gekonnte Art und Weise die Illusion einer Wiederauferstehung ihrer Vorbilder, denen sie auch in der Kostümierung und in den Lichteffekten perfekt nacheifern. Man reichte ihnen als Dank Sekt auf die Bühne; sie zahlten nicht mit Selters zurück...

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