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Podiumsdiskussion mit sieben Kandidaten lockt 120 Neugierige in die „Schlossweinstuben“

Muntere Polit-Runde vor der Landtagswahl

Bad Pyrmont. Wer sagt denn, dass Politik nicht unterhaltsam sein kann? Sieben Kandidaten für die Landtagswahl und zwei Moderatoren haben gestern Abend in den „Schlossweinstuben“ von Otto Dohse den Beweis angetreten, dass die Menschen sich dafür interessieren, wer künftig mit welchen Argumenten künftig ihre Region in Hannover vertreten will.

veröffentlicht am 10.01.2013 um 09:55 Uhr
aktualisiert am 10.01.2013 um 15:42 Uhr

Dewezet/PN-Chefredakteur Frank Werner fühlt den Kandidaten auf den Zahn - hier Martina Tigges-Friedrichs. Links daneben Torben Friedrich und Petra Joumaah. Foto: Wal

Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Gut 120 Zuhörer waren der Einladung der Dewezet/Pyrmonter Nachrichten und Radio Aktiv gefolgt, um sich mehr als zwei Stunden lang einen Eindruck von Ulrich Watermann (SPD), Petra Joumaah (CDU), Britta Kellermann (Grüne), Martina Tigges-Friedrichs (FDP), Torben Friedrich (Piraten), Helmuth Mönkeberg (Freie Wähler) und Frank Pook (Die Linke) zu machen, die sich den Fragen von Frank Werner (Dewezet/PN) und Joachim Stracke (Radio Aktiv) stellten.

Die legten in der ersten Runde des Abends gerne den Finger in die Wunde und ließen nicht locker. So bewegten sie Tigges-Friedrichs zu einem Bekenntnis zu Philipp Rösler. Watermann indes brachten sie nicht dazu, sich von Peer Steinbrück zu distanzieren, und Joumaah wollte keine Zweitstimmen-Werbung für die FDP machen. Pook wollte nicht lieber bei Sarah Wagenknecht (die zur gleichen Stunde zu Gast in Hameln war) als in Bad Pyrmont sein und Friedrich nicht alle „Piraten“ in einen Topf werfen lassen. Mönkeberg schließlich reklamierte eine „klare Sprache“ für sich und trat den Beweis an. „So einen Quatsch“ hätte er nie geschrieben, kommentierte er die Wahlwerbung seiner Partei in Sachen Griechenlandhilfe, wusste aber auch nicht, was tun.

Sich abheben von der Konkurrenz, das macht erfolgreichen Wahlkampf aus. Ulrich Watermann weiß, wie der Hase läuft. Seine Vorschläge waren meist präziser als die von Joomah, mit der er um den Sieg im Wahlkreis kämpft, den er unbedingt gewinnen will. Die Christdemokratin will in „wichtige Dinge“ investieren, aber dort sparen, wo es möglich ist – auch beim Personal in der Verwaltung. Als überraschend souverän erwies sich mit Friedrich von der Piratenpartei der Jüngste in der Runde, der den etwas abenteuerlichen Anspruch der Piraten vertrat, es jedem Bürger recht machen zu wollen, statt „Systempolitik“ zu betreiben. Ihn trennen wohl auch – zumindest, was elektronische Medien angeht – Welten von Tigges-Friedrichs, die bekannte, so richtig nicht mit dem Internet bescheid zu wissen. Sie vertrat ebenso liberale Positionen zur Privatisierung, wie Kellermann grüne Überzeugung demonstrierte. In neue Autobahnen in ländliche Regionen zu investieren, halte sie für „ausgemachten Schwachsinn“, sagte die Grüne. Eine Stärkung der kommunalen Wertschöpfung sei viel sinnvoller. Das trug ihr Kritik von Mönkeberg ein. Er erinnerte daran, dass es auch in ländlichen Regionen Unternehmen gebe, die auf Autobahnen angewiesen seien. Der Linke Pook forderte schließlich, Geld für die anstehenden Aufgaben da zu holen, wo es vorhanden sei, ohne von einer Reichensteuer sprechen zu wollen.

Offen bleibt, wie japanische Fernsehzuschauer die Diskussion bewerten, die mit einer munteren Fragerunde des Publikums und gegenseitigen Charakterisierungen der Kandidaten endete und durchaus auch humorvoll war. Die Japaner können im März sehen, was an diesem Abend bei Otto Dohse passierte. Ein TV-Team aus Japan war dabei, das über den Wahlkampf in Niedersachsen und speziell über die Piraten berichtet.



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