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Sauberer Fingerabdruck: Oliver Schäfer erhält als Erster den neuen Reisepass mit biometrischen Daten

Mundschutz und kleiner Finger nicht erlaubt

Obernkirchen (sig). JedeÄra geht einmal zu Ende, auch die der alten Reisepässe. Künftig reicht es nicht mehr, für den neuen Pass ein aktuelles Bild abzugeben, das anschließend eingeschweißt wird. Weil die Fälscher immer raffinierter arbeiten, wird jetzt auch der Fingerabdruck elektronisch erfasst. In der Bergstadt hat Bürgermeister Oliver Schäfer den ersten Pass dieser Art erhalten.

veröffentlicht am 28.12.2007 um 00:00 Uhr

Stadtoberhaupt Oliver Schäfer sorgt rechtzeitig vor: Sein neuer

Weil die Sicherheit persönlicher Daten vor Nachahmungen und Fälschungen immer größer geschrieben wird, stellt jetzt auch kein Einwohnermeldeamt mehr selbst ein solches viele Jahre geltendes Dokument aus. Alle notwendigen Daten gehen nämlich per Mausklick als elektronische Post an die Bundesdruckerei nach Berlin. Bei dem neu entwickelten Antragsverfahren nimmt die zum Bürgerbüro gehörende Meldebehörde alle notwendigen persönlichen Daten auf. Dazu werden das Passbild und die Unterschrift digital erfasst, Das gilt erstmalig auch für den Fingerabdruck. Einmal wöchentlich werden diese Informationen dann von Obernkirchen aus verschlüsselt nach Berlin geleitet. Die biometrischen Daten der verwendeten Finger lassen keine Nachahmung zu. Der Computer schreibt genau vor, in welcher Reihenfolge welche Abdrücke zu liefern sind, wenn der Zeigefinger der rechten Hand nicht verwendet werden kann. Vielleicht fehlt ihm ein Glied, oder es gibt andere Verletzungen. Dann ist ersatzweise der Daumen der rechten Hand an der Reihe. Darauf folgen der Mittelfinger oder der Ringfinger derselben Hand. Danach wird zur linken Hand gewechselt. In keinem Fall kommt der kleine Finger in Frage. Er kann offensichtlich nicht ausreichend strukturierte Abdrücke liefern. Es gibt noch andere Gründe, die den Erfolg des Scannens in Frage stellen. Der zu verwendende Finger muss absolut sauber und fettfrei sein. Rückstände von Cremes oder Seife sind vorher zu beseitigen. Der Computer gibt klar an, ob zum Beispiel wegen einer kleinen Narbe ein anderer Finger genommen werden muss. Ein Minichip im Deckel des Passes gibt genaue Auskunft darüber, welcher Finger welcher Hand eingescannt wurde. Auch für das Passfoto bestehen klare Vorschriften. Die Software prüft diese biometrischen Daten ebenfalls auf ihre Tauglichkeit. Gefordert werden unter anderem ein neutraler Hintergrund ohne Schatten, eine Frontalansicht und eine ausreichende Schärfe. Sollte eine Frau oder ein Mädchen bei der Aufnahme ein Kopftuch tragen, dann ist das durchaus zugelassen, wenn das Gesicht trotzdem klar und deutlich zu erkennen ist. Ein Mundschutz ist jedoch nicht erlaubt. Der neue Reisepass enthält auch weiterhin solche Angaben wie die Körpergröße und die Farbe der Augen. Die Haarfarbe kann sich bekannter Weise leicht ändern, ist also nicht signifikant. Die Gültigkeit Des Dokuments ist in der Regel auf zehn Jahre beschränkt. Für Jugendliche und jüngere Erwachsene bis zum 24. Lebensjahr ist die Dauer aber auf sechs Jahre begrenzt. Kinder bis zum 12. Lebensjahr erhalten einen besonderen Reisepass. Die Kosten für diese Ausweise liegen zwischen 37,50 und 59 Euro. Die Beträge staffeln sich nach dem Alter des Empfängers. Wer erst kurz vor dem Antritt seines Fluges oder seiner Fahrt feststellt, dass die Gültigkeit seines bisherigen Reisepasses abgelaufen ist, kann für 26 Euro ein zeitlich auf ein Jahr begrenztes vorläufiges Dokument erhalten. Im innereuropäischen Verkehr genügt aber weiterhin der gültige Personalausweis.

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