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Überbesätze beim Schalenwild sind nur mit revierübergreifenden Jagden einzudämmen / Kreisjäger ehren Hegeringleiter

Mufflons leiden an Moderhinke – Füchse an Staupe

Bad Münder (gho). Nachdem schon in den Wäldern des Süntels die Zuwächse an Wildschweinen, Rehen und Mufflons auf revierübergreifenden, großräumig organisierten Jagden effektiv bejagt werden, sei diese Praxis auch im Deister zu begrüßen. Überhaupt seien die Jagdmethoden den veränderten Waldbauzielen anzupassen, sagte Kreisjägermeister Jürgen Ziegler in seinen Grußworten bei der Hegeringversammlung der Sünteltaler Jäger in der Ziegenbuche.

veröffentlicht am 19.04.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

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Hegeringleiter Rainer Klockemann ging auf die vielen an den Stellwänden aufgehängten Gehörne vom Rehwild und auf die zunehmenden Zahlen der angelieferten Rothirschgeweihe ein. Den ältesten Rehbock hatte Ernst Sustrate in seinem Revier Eilenberg erlegen können. An diesem Beispiel eines reifen alten Bockes ermahnte Klockemann zum Verzicht auf die Erlegung schon in der Klasse der Mittelalten.

Insgesamt seien 335 Stück Rehwild, davon die Hälfte Böcke, auf den Abschusslisten gemeldet worden. Vom Rotwild seien im Hegering 35 Stück (Vorjahr 28) geschossen worden. Die Mufflons des Süntels, von denen 10 (3) zur Strecke kamen, litten noch immer unter der Moderhinke, einer infektiösen Klauenkrankheit. Auch sei nicht auszuschließen, dass das Schmallenberg-Virus unter den Wildschafen grassiere. Die Zahlen beim Schwarzwild stellte der Bericht rückläufig dar: Nach 285 Sauen im Vorjahr lagen jetzt nur 252 Schwarzkittel auf der Strecke. Seien die Wildschäden durch Sauen im Mais eher gering gewesen, hätten diese auf Rapsfeldern zugeschlagen und zu teuren Ersatzleistungen durch die Jagdpächter geführt.

Aufgrund der im Sünteltal herrschenden Staupe und Räude seien nur 133 (316) Füchse erlegt, aber viele tot gefunden worden. Niederwild wie Hase, Kaninchen, Stockenten sei schonend bejagt worden, das Rebhuhn gar nicht. Dachse (30), Marder (28) und Waschbären (31) seien zugunsten der Bodenbrüter kurz zu halten.

Die Wahlen zum Vorstand gerieten zur Formsache. Die Vorschläge lauteten durchweg auf Wiederwahl für Rainer Klockemann, seinen Stellvertreter Jobst Garbs, Kassierer Bernd Klausing und Naturschutzobmann Christoph Schröder. Lediglich als Schießobmann hatte sich Frank Idensen zurückgezogen, und Matthias Gnaas wurde neu gewählt. Für langjährige Mitgliedschaften konnten Jürgen Brockmann und Dr. Albrecht Brandes wegen anderweitiger Verpflichtungen ihre Ehrung nicht in Empfang nehmen. Lediglich Bernd Klausing wurde vom Kreisjägermeister und Hegeringleiter mit der Bläsernadel in Gold für 25-jährige Treue zur Jagdhornbläsergruppe des Hegerings ausgezeichnet.

Eingangs hatte Klockemann bedauert, dass der Referent des Abends, Ole Anders vom Nationalpark Harz, kurzfristig abgesagt hatte. Sein Thema über Luchse wäre insofern spannend gewesesen, als diese Großkatze sich auch in heimischen Wäldern zunehmend blicken ließe.



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