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2. Spieltag

«Müssen wir verdauen»: Hertha will nicht an Bayern denken

Herthas Comeback mit Fans im eigenen Stadion geht daneben. Eintracht Frankfurt zeigt mit internationaler Erfahrung und Robustheit den Berlinern, wie schwer der angestrebte Weg nach oben ist. Und jetzt wartet in München der FC Unbesiegbar.

veröffentlicht am 26.09.2020 um 13:57 Uhr
aktualisiert am 26.09.2020 um 18:10 Uhr

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Bei der Frage nach dem nächsten Gegner musste Hertha-Trainer Bruno Labbadia ganz kurz lächeln, aber nein, darüber sprechen wollte er eigentlich nicht.

«Über den FC Bayern brauchen wir derzeit nicht zu reden. Das ist schwierig, weil sie es einfach gut machen», sagte der enttäuschte Labbadia. Eigentlich wollte er mit seinem Team in einer Woche in München als Sechs-Punkte-Inhaber antreten und sehen, was dann möglich ist. «Jetzt müssen wir erstmal dieses Spiel verdauen», erklärte der Hertha-Coach nun ziemlich ernst.

Denn nach dem erfolgreichen Saison-Auftakt in Bremen (4:1) wurde der aufstrebende Berliner Fußball-Bundesligist am 2. Spieltag von Eintracht Frankfurt gleich wieder auf den Boden der Realität befördert. «Vorn das aggressive Angehen hat uns definitiv gefehlt», bemerkte Labbadia und listete weitere Defizite auf: In der Defensive habe man «zu viele Lücken gelassen» und insgesamt hatte Hertha einfach «zu wenige Spieler, die die Initiative übernommen haben». Das Resultat: ein ernüchterndes 1:3.

Hertha-Torwart Alexander Schwolow sprach «kurz und knapp» von einer «verpennten» ersten Halbzeit und einem Spiel «fast wie eine Schülermannschaft». Der Portugiese André Silva mit einem verwandelten Foulelfmeter (30. Minute), der Niederländer Bas Dost mit einem wuchtigen Kopfball (36.) und Sebastian Rode mit einem eher laschen, aber genauen Schuss (71.) zerstörten Herthas Hoffnung, mit der Punkte-Maximalzahl zum derzeit schier unschlagbar scheinenden FC Bayern zu reisen. Das Eigentor von Martin Hinteregger (76.) änderte nichts mehr. Bei aller Frankfurter Effektivität bemerkte Schwolow: «Wir müssen uns an die eigene Nase fassen.»

Frankfurt machte es vor. «André Silva ist ein Goalgetter - er hat die Qualität, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein. Und er hat mit Bas Dost ein tolles Duo gebildet», fasste Eintracht-Coach Adi Hütter den spielentscheidenden Unterschied im zumindest mit 4000 Fans gefüllten Olympiastadion zusammen.

Ein bisschen fühlte sich die Partie im Berliner Herbst wieder an wie echter Fußball, auch wenn die Corona-Pandemie weiter allgegenwärtig ist. Auch Hütters Fazit klang wieder mehr nach richtigem Fußballer- Schweiß: «In der Kampfzone haben wir viele Zweikämpfe gewonnen. Wir hatten immer das Gefühl, wir waren der Chef auf dem Platz.»

Hertha fehlten neben eigenen Chefs auf dem Rasen eingespielte Abläufe. Und auch die kreativen Momente von Matheus Cunha, der erstmals zu Brasiliens A-Nationalmannschaft eingeladen worden ist, blieben diesmal aus. «Er hat heute nicht den Tag gehabt, den wir gebraucht hätten», sagte Labbadia.

Erst als der Trainer nach der Pause und einem 0:2-Rückstand die Neuzugänge Jhon Cordoba und Deyovaisio Zeefuik losließ und dazu Arne Maier das Mittelfeldspiel ankurbelte, brannte es bei Frankfurt. Doch Rode löschte mit dem 3:0 das Feuer. «Es war mein erstes Tor in der Karriere mit dem linken Fuß. Es hat uns Ruhe gegeben», bemerkte der Mittelfeld-Abräumer, auch wenn er zugab: «Das war in Zeitlupenmanier, da musste ich erst einmal schauen, ob er überhaupt reingeht.»

Herthas U21-Nationalspieler Maier musste nach 66 Minuten wegen Knieproblemen gleich wieder vom Platz. Der 21-Jährige wird wegen Problemen am Innenband in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen, teilte Hertha mit. Eine genaue Diagnose steht bei Frankfurts Filip Kostic, der sich schon nach neun Minuten das rechte Knie verdreht hatte und ausgewechselt werden musste, dagegen noch aus. «Wir waren zu zögerlich im vorderen Bereich, haben viele Kopfball-Duelle verloren. Man hat die Körperlichkeit von Eintracht gesehen», erklärte Labbadia: Dieser Vorzug komme auch durch die Erfahrung, die Frankfurt in Europa gesammelt habe. «Das hat den Ausschlag gegeben», meinte der Hertha-Coach.



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