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Weil Anwohner die Gossen verdrecken lassen: Brümmel erwägt 2007 Straßenreinigungsgebühr für Heeßen

Müssen für die Fehler Einzelner bald alle blechen?

Heeßen (tw). Das Versäumnis Einzelner müssen in Heeßen 2007 - vielleicht - alle bezahlen: Wilhelm Brümmel (CDU) denkt "laut" darüber nach, im neuen Jahr eine Straßenreinigungsgebühr einzuführen. Der Grund: "Vor Grundstücken im Bereich Schul- und Hauptstraße reinigen Anwohner die Gossen vor ihren Grundstückennicht", ärgert sich der Bürgermeister.

veröffentlicht am 04.01.2007 um 00:00 Uhr

Wilhelm Brümmel präsentiert mahnend den Besen: Der Heeßer Bürger

Er selbst sei "nicht scharf" auf das Erheben einer solchen Gebühr, versteht den Appell an die Betroffenen, ihre Gossen sauber zu halten, als allerletzte Warnung. Und ist überzeugt davon, dass er, wenn der Appell nichts fruchtet, im Rat Heeßen eine Mehrheit für die Straßenreinigungsgebühr finden wird. Besonders schlimm sei es mit dem Dreck und Unkraut an der Schulstraße. "Dort", so Brümmel, "haben wir diese Arbeit jetzt durch Mitarbeiter der Samtgemeinde erledigen lassen". Das indes sei für die Zukunft keine Lösung. Denn zum einen werde der Einsatz des Bauhofes der Gemeinde in Rechnung gestellt. Zum anderen seien die für vier Eilser Gemeinden zuständigen Beschäftigten mit dieser Tätigkeit zeitlich schlichtweg überfordert. "Um so mehr, wenn es bei ihnen zu Ausfällen in Folge von Krankheiten oder aber zu Mehrarbeit im Zuge von Beerdigungen kommt", weiß der Bürgermeister. Unabhängig von Erfolg oder Misserfolg seines Appells macht sich Brümmel dafür stark, dass Heeßen ab 2007 für Reinigungs- und Mäharbeiten in der Gemarkung eine Kraft auf 400-Euro-Basis beschäftigt und aus der Gemeindekasse bezahlt. Auch dieses Begehren ist laut Brümmel im Rat konsensfähig. Nichtzuletzt deshalb, weil Heeßen ähnliche Kräfte schon einmal und bis Mitte der 80er Jahre unter Vertrag gehabt habe. "Der Mann", so der Bürgermeister, "müsste für diese Tätigkeiten einen Pkw mit Anhängerkupplung besitzen". Einen Anhänger besitze die Gemeinde, die lediglich noch einen Rasenmäher anschaffen und dem Mini-Jobber zum Verfügung stellen müsste. Die größte öffentliche Fläche, die der Mann zu mähen habe, sei diejenige am Schützenhaus. "Die anderen Grünparzellen, die der Gemeinde gehören, sind eher klein." Doch nicht nur die Unbelehrbaren unter den Anliegern, die Gossen (siehe oben) verdrecken lassen, sind dem Bürgermeister ein Dorn im Auge. Gleiches gilt für Hundehalter, die ihre Vierbeiner nicht im Griff haben. "Kommt es bei der Begegnung zweier Tiere zu Beißereien, und der eine Halter hat keine Versicherung, bleibt er auf den Tierarztkosten sitzen." Daher erwägt Brümmel, 2007 in Heeßen einen "Leinenzwang einzuführen, wie er auch in Bad Eilsen gilt". Der Bürgermeister selbst geht dabei mit gutem Beispiel voran: "Ich selbst habe eine Golden Retriever, den ich immer an der Leine führe." Von diesen Juckepunkten abgesehen, ist es erklärtes Ziel der Gemeinde, 2007 neue Rücklagen zu bilden: "Eine Summe von 100 000 Euro", so der Bürgermeister, "wäre wünschenswert". Abhängig sei die Höhe der möglichen Rücklage allerdings von dem, was Heeßen für den zweiten Bauabschnitt der Straße Im Wiesengrund auf den Tisch legen muss; von den Gesamtkosten in Höhe von etwa 200 000 Euro werde Heeßen wahrscheinlich 70 Prozent tragen müssen. Größere Investitionen sind denn auch im neuen Jahr nicht vorgesehen. Das Projekt "Ausbau Dorfmittelpunkt" könne Heeßen ohnehin erst in Angriff nehmen, nachdem die Gemeinde von Gerhard Hasse das entsprechende Grundstück gekauft habe. Allein: "Wir wollen bis März die beiden Boulebahnen fertiggestellt haben", sagt Brümmel. Die Einweihung soll im Rahmen eines Ratsturniers auf Samtgemeindeebene erfolgen. Derzeit wartet die Gemeinde noch auf das Holz für die Anlage. Dadurch, dass Heeßen, dem Beispiel von Bad Eilsen folgend, "Tanne" statt Bongossi verlege, würden die Gesamtkosten auf etwa 3700 Euro gedrückt. Zum Vergleich: "Das Bongossiholz allein hätte mit rund 5000 Euro zu Buche geschlagen", erinnert der Bürgermeister. Das Verlegen der Platten soll die Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises übernehmen.



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