weather-image
Holzmindens Landrat erntet für seine Fusionspläne mit dem Kreis Northeim Kritik aus eigener Partei

Münchhausen-Städter schießen gegen Waske

Bodenwerder/Northeim (dy/bs). Auf heftige Kritik stoßen die Fusionsplanungen der Landräte Walter Waske (Holzminden) und Michael Wickmann (Northeim, beide SPD) nicht nur in Reihen der CDU, sondern auch bei der SPD-Fraktion der Samtgemeinde Bodenwerder. „Die Bürger müssen in diesen Entwicklungsprozess mit eingebunden werden“, so der Vorsitzende Wilhelm Brennecke.

veröffentlicht am 09.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2009 um 10:48 Uhr

270_008_4198875_wb101_1011.jpg

Er wie auch seine Fraktionsmitglieder Joachim Lienig, Rudolf Hansmann und Friedel Lages halten „eine Fusion zum Stichtag 2011 für nicht realistisch und weisen auf den vierjährigen Fusionsprozess zwischen den Samtgemeinden Polle und Bodenwerder hin.

Die SPD-Politiker machen deutlich, dass qualifizierte Informationen wie Grundlagen-Ermittlungen und Gutachten in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens im Kreis Holzminden vorgestellt und diskutiert werden müssen. „Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und die Bevölkerung müssen für diesen Erneuerungs- und Entscheidungsprozess sensibilisiert werden“, so Brennecke.

Um den wegbrechenden Einnahmen und sinkenden Einwohnerzahlen entgegenzuwirken, hält die SPD-Fraktion der Samtgemeinde Bodenwerder Kooperationen mit anderen Landkreisen für sinnvoll. „Diese könnten nach erfolgreichem Verlauf auch in einer Fusion münden“, sagt Brennecke, allerdings müssten diese Bestrebungen nicht nur Richtung Northeim, sondern auch Richtung Hameln geschehen. „Der Landkreis Holzminden mit zwei Weltunternehmen und der Fachhochschule mit mehr als tausend Studenten, mit einem anspruchsvollen kulturellen Angebot und überdurchschnittlichem bürgerschaftlichem Engagement ist in allen Gesellschaftsbereichen gut aufgestellt“, betont Brennecke. Nach seiner Meinung sollte eine mit allen Kommunen abgestimmte Strategie aus dieser starken Ausgangsposition heraus ohne jegliche Hektik verhandelt werden. Das Wichtigste für die SPD-Politiker ist, die Bürger in den Entwicklungsprozess mit einzubinden und der Erhalt der Kreisverwaltung, um die Bürgernähe weiterhin sicherzustellen. „Der Landkreis Holzminden sollte aus einer starken Position heraus geschlossen agieren“, betont der Vorsitzende.

270_008_4198883_wb102_1011.jpg
270_008_4198884_wb103_1011.jpg

Der Northeimer Landrat Michael Wickmann (SPD) hat unterdessen sein Bemühen um eine Fusion der Landkreise Northeim und Holzminden verteidigt. Forderungen aus der SPD nach einer Verwaltungsfusion, der Bildung einer sogenannten „verfassten Region“ Südniedersachsen aus den Landkreisen Göttingen, Osterode und Northeim, erteilte er eine Absage. Entsprechende Überlegungen gebe es schon sehr lange, aber mehr als Kooperationen seien dabei nicht herausgekommen, sagte er. Wenn eine verfasste Region wirklich gewollt gewesen wäre, hätte es ja schon längst entsprechende Initiativen geben können. Wickmann betonte, dass eine Entscheidung für eine Fusion noch lange nicht gefallen sei. Zunächst gehe es nur darum, ein Gutachten in Auftrag zu geben, um herauszufinden, ob eine Vereinigung beider Landkreise sinnvoll sei. Das Ergebnis sei offen.

Der Vorsitzende des Regionalverbandes Südniedersachsen, der Osteroder Landrat Bernhard Reuter (SPD), findet es dagegen schade, dass es keine Gespräche zur Bildung einer Region gibt: „Ich bedauere, dass hier zwei Landräte vorangehen und dass man sich nicht zu viert in Südniedersachsen zusammensetzt.“ Seinen Hauptvorwurf richtet er dabei nicht gegen seine beiden Landratskollegen Wickmann und Waske, sondern an die Landesregierung. Weil das Land keine verbindlichen Strukturen vorgebe, auf deren Basis sich eine Kreisreform vollziehen soll, sei nun dem Wildwuchs beim Zusammengehen von Kreisen Tür und Tor geöffnet. „Das wird chaotisch enden“, sagte er.

Da tobt der Baron: Die Pläne der Landräte Walter Waske (Holzminden, oben) und Michael Wickmann (Northeim) sorgen in der Münchhausen-Stadt Bodenwerder für Empörung.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare