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Feuer durch Holzreibung entstanden / Eisberger Mühle soll bis 2009 wieder aufgebaut werden

Mühlengruppe sicher: Orkan ließ Funken sprühen

Eisbergen (ly). Der Rumpf steht noch. Auf den ersten Blick scheint es daher, als seien die Schäden an der Eisberger Mühle nicht ganz so verheerend. Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich das wahre Ausmaß der Katastrophe. "Innen ist sie komplett ausgebrannt", sagt Werner Röckemann, Vorsitzender der Mühlengruppe. "Nicht ein Stück Holz ist heil geblieben", fügt Hauswart Walter Häring mit traurigem Gesicht hinzu.

veröffentlicht am 23.01.2007 um 00:00 Uhr

Innen ausgebrannt...

Und dann außen: Wo einst Haube und Flügel der Mühle saßen, ragt seit der verhängnisvollen Sturmnacht zum vergangenen Freitag eine Ruine in den Himmel. Sogar der steinerne Rumpf ist gerissen. "Ob er erhalten werden kann, müssen Fachleute entscheiden", erklärt Röckemann. Unverändert geht man davon aus,dass das Mühlenrad durch den Sturm in Bewegung geraten ist und Holz an Holz rieb, was zu Funken und schließlich zum Feuer führte. "Es steht fest, dass die Mühle wieder stehen soll", sagte Hartmut Heinen, Geschäftsführer des Minden-Lübbecker Kreismühlenvereins, am Montag bei einem Besuch vor Ort. Mit dabei: Friedrich Rohlfing, Leiter des Mühlenbauhofes in Petershagen-Frille. Werner Röckemann wäre schon zufrieden, wenn sich die Flügel in der Saison 2009 wieder drehen würden. Für das laufende Jahr gilt: Die Mühlengruppe (48 Mitglieder) lässt sich nicht unterkriegen. Sie macht weiter - auch ohne intakte Mühle. "An den Mahl- und Backtagen werden wir Unterhaltung anbieten, damit das Publikumsinteresse nicht abreißt und unser Ensemble in Erinnerung bleibt", kündigte Röckemann an. Bisher galt das Engagement der 1986 gegründeten Mühlengruppe als vorbildlich, die "Erdholländer"-Mühle, deren Flügel fast bis zum Boden reichten, als absoluter Hingucker. "Sie war eine der besten", sagt Hauswart Häring ohne falsche Bescheidenheit. "Die Arbeit von Jahren ist in einer Nacht niedergebrannt." Allein Mühlenwart Werner Schmeding hat jedes Jahr im Schnitt etwa 200 Stunden in die Erhaltung des 1855 fertiggestellten Bauwerks investiert. Röckemanns Mühle im Ortsteil Ahmserort, Mitte der 1990er Jahre vom Lammerbach an den jetzigen Standort umgezogen, ist nicht einfach irgendein Bauwerk. Für Werner Röckemann ist die Mühle seiner Großeltern ein Teil der eigenen Kindheit. Obwohl oder gerade weil es verboten war, hat er als Junge gern darin gespielt, und manchmal gab's danach den Hintern versohlt. Nun ist Röckemann "unendlich traurig, dass alte Teile unwiederbringlich verloren sind - Flügelwelle, Königswelle, Kammräder, Spindeln." Insgesamt dürfte der Schaden in die Hunderttausende gehen.

...außen ohne Flügel. Fotos: ly
  • ...außen ohne Flügel. Fotos: ly

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