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Über 1000 Mühlen gilt es am 18. Deutschen Mühlentag in ganz Deutschland zu entdecken, der am kommenden Pfingstmontag stattfindet. Die einen funktionieren noch, die anderen berichten als stumme, still stehende Zeitzeugen aus einer Ära, in der Wind und Wasserkraft über Wohl und Wehe von Korn und Mehl richteten. Die Geschichte der Mühlen reicht weit zurück. Fast ist man gewillt zu sagen, dass es natürlich (auch) wieder die alten Römer waren, die sich die Kraft des Mahlens mittels Mühltechnik per Muli oder Wasserkraft zunutze machten.

veröffentlicht am 09.06.2011 um 16:55 Uhr

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Tatsächlich ging es nicht nur ums Mörsern und Mahlen von Getreide, sondern sogar um das Zerschneiden von Gesteinsblöcken. Rückblickend lässt sich feststellen, dass die Erfindung der Mühlen entscheidend die technische Entwicklung vorangetrieben hat, vor allem im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung. Eisenmühle, Erzmühle, Farbmühle, Futtermühle, Gesteinsmühle, Getreidemühle, Kaffeemühle, Krappmühle… – wann und wo immer die menschliche Muskelkraft zur Verarbeitung von Produkten nicht mehr ausreichte, halfen die Kräfte des Windes, des Wassers und der Tiere, die die Mühlen bewegten. Jede Mühle hat ihre besondere Geschichte. Nie geht es dabei allein um das Vermahlen von Korn. Im Laufe von Jahrhunderten entwickelten sich mehr als 160 produktive Verwendungsmöglichkeiten; das ist faszinierend.

Mit den modernen Mühlen des 21. Jahrhunderts haben die historischen von einst nicht viel gemein. Aber in die Geschichte einzutauchen und diese unterschiedlichsten Mühlen zu entdecken, ist eine wunderbare Art der Zeitreise, die viele Menschen zu schätzen wissen, wenn die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung zum Deutschen Mühlentag einlädt. Er findet am kommenden Pfingstmontag statt. Viele Mühlen werden dann zur Besichtigung geöffnet. Allein im Bereich Niedersachen und Bremen sind es 250, in ganz Deutschland sogar 1071.

Gerade hier, in Niedersachsen, findet sich eine Vielzahl an historischen Mühlen. So verbindet die Niedersächsische Mühlenstraße 128 Mühlen, die so schön anzuschauen sind wie die Landschaft, die sie umgibt. Die Mühlenstraße führt durch stille Heidetäler, die Flusslandschaft der Elbtalaue und das Hannoversche Wendland mit seinen Rundlingsdörfern. Auch ganz in der Nähe, nur einen Steinwurf vom Weserbergland entfernt, können Freizeitsuchende an diesem Montag Mühlen entdecken: Im Mühlenkreis Minden-Lübbecke werden Mühlenfeste gefeiert, heitere und ernste Geschichten rund um die Mühlen erzählt und die Bedeutung von Wind und Wasser herausgestellt.

Zu den besonderen Einrichtungen, die sich in Deutschland mit Mühlen befassen, gehört das Internationale Mühlenmuseum in Gifhorn (Niedersachsen). Hier finden die Besucher auf einem rund 15 Hektar umfassenden Freigelände 14 originalgroße Mühlen aus verschiedenen Ländern der Welt sowie ein Ausstellungsgebäude mit über 50 maßstabgerechten Mühlenmodellen und vielen weiteren Informationen über das Mühlenwesen.

Unterwegs auf der Niedersächsischen Mühlenstraße

Die Niedersächsische Mühlenstraße wurde 1998 unter der Trägerschaft des Mühlenfördervereins Lüneburg ins Leben gerufen. 256 Mühlen sind an dieser Straße zu finden, die durch 17 Landkreise führt. Viele Mühlenbesitzer haben mit ihrer offenen Einstellung die Entstehung der Niedersächsischen Mühlenstraße erst möglich gemacht. Mit ihnen steht und fällt auch weiterhin das gesamte Vorhaben. Sie freuen sich gerade an solchen Aktionstagen wie am kommenden Montag über reges Interesse. Gerade auch im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung gibt es viele Mühlen zu entdecken, so vor allem im Landkreis Schaumburg mit den Windmühlen in Steinhude, Rodenberg, Meerbeck, Antendorf und Escher sowie den Wassermühlen Krebshagen, Rehren, Lauenhagen, Lauenau, Meinsen-Warber, Vehlen, Exten und Ahnsen. Und auch im Landkreis Hameln-Pyrmont finden sich die drehende Zeugen einer vergangenen Zeit, so zum Beispiel in Heßlingen, Hessisch Oldendorf, Oldendorf, Salzhemmendorf, Aerzen und Bad Pyrmont.

Die Messlinger Mühle – und über ihr ein blauer Himmel mit Schäfchenwolken (Bild oben): Auch sie kann am Pfingstmontag besichtigt werden. Ebenso führt der Weg am 18. Deutschen Mühlentag zur Bockwindmühle Wehe (Foto links).



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