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Mühlen, Maschinen, Moneten

Von Thomas Thimm

 

Was überwiegt eigentlich: Ist das Weserbergland eine starke Wirtschaftsregion – oder ist diese Region doch eher eine strukturschwache? Sicher ist hier nicht Boomtown, aber dennoch gibt es zwischen Hameln und Bad Pyrmont neben dem so eminent wichtigen Mittelstand vor Ort auch große und kleine Firmen von Weltruf. Die Dewezet hat sie alle begleitet in den letzten Jahrzehnten.

 

veröffentlicht am 22.10.2009 um 13:10 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 14:37 Uhr

Wirtschaft im 18. Jahrhundert: Schiffe vor dem Verlade-Anleger d

Von Thomas Thimm

Was überwiegt eigentlich: Ist das Weserbergland eine starke Wirtschaftsregion – oder ist diese Region doch eher eine strukturschwache? Sicher ist hier nicht Boomtown, aber dennoch gibt es zwischen Hameln und Bad Pyrmont neben dem so eminent wichtigen Mittelstand vor Ort auch große und kleine Firmen von Weltruf. Die Dewezet hat sie alle begleitet in den letzten Jahrzehnten.

Ein Rückblick in die Geschichtsbücher: Die Stadt Hameln, und damit auch immer die Region, ist schon in früheren Jahrhunderten relativ gut aufgestellt. Im Jahr 1426 wird Hameln Mitglied der Hanse – was von äußerst großer Bedeutung ist. Gut 200 Jahre später (1635) wird die erste städtische Mühle gebaut – mit wegweisender Bedeutung. Noch einmal gut 200 Jahre später nimmt Hameln an der Moderne des 18. Jahrhunderts teil: Die Gasanstalt wird gebaut (1861), der Anschluss an das Bahnnetz folgt (1872), die erste Fernsprechleitung wird eingeweiht (1881), schließlich folgt das Wasserwerk (1895). Die innere Infrastruktur stimmt also, und die äußere ist durch die Weser eigentlich immer gegeben. Schließlich darf nicht vergessen werden, was die Weser für Hameln immer bedeutet hat: Sie war Schifffahrts- und damit Transportweg, Hameln war dadurch Ladestation und Umschlagplatz, die Stadt besaß das damals fast unbezahlbare Stapelrecht. Und ohne die Schleuse lief nicht viel auf der Weser – egal, ob es nun um Holz, Getreide oder andere Handelsgüter ging.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde die Bedeutung der Weser als Wirtschaftsfluss umgewidmet: Heutzutage ist der Fluss kaum noch als Transportweg gefragt, dient aber als Kühlaggregat für das Atomkraftwerk in Grohnde, das jüngst den 25. Geburtstag feierte und schon mehrmals Strom-Weltmeister war. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung des Weser-berglandes als Tourismusregion. In den Zeiten des Wohlstandes ist das Geschäft mit den Touristen hierzulande zu einem der wichtigsten überhaupt geworden.

Wirtschaft im 21. Jahrhundert: BHW als größter Arbeitgeber. Dana
  • Wirtschaft im 21. Jahrhundert: BHW als größter Arbeitgeber. Dana
Wirtschaft im 19. Jahrhundert: Der Hefe-Hof zählt zu den Relikte
  • Wirtschaft im 19. Jahrhundert: Der Hefe-Hof zählt zu den Relikten Hamelner Industriegeschichte.

Dabei erklingen in der „Hall of Fame“ der Hameln-Pyrmonter Wirtschaft vor allem viele Namen aus der Industrie und von Dienstleistern: Norddeutsche Automobilwerke, Concordia, AEG, Reintjes, Lenze, BHW, Rigips, Aerzener Maschinenfabrik, ABG (heute Volvo), Vogeley, Stephan-Werke, Arminius-Werft, Wini, Wilkhahn, dyes (heute Haworth), Dragoco sowie Haarmann & Reimer (heute Symrise), Phoenix – um nur einige zu nennen. Einige gibt es nicht mehr, andere unter anderem Namen. Über alle Veränderungen hat die Dewezet berichtet.

Ein eigenes Kapitel schrieb dabei die Hamelner Automobilgeschichte: 1907 wurden die Norddeutschen Automobilwerke (N.A.W.) gegründet. 1908 begann das Werk mit der Produktion des Personenkraftwagens Colibri, ab 1911 kam das Modell Sperber dazu. 1917 übernahm die Firma Selve aus dem Sauerland die N.A.W, stellte aber 1929 die Produktion infolge der Weltwirtschaftskrise ein. Zu Beginn der Nazi-Zeit wurde das Werk als Deutsche Automobilwerke AG reaktiviert, überlebte aber nicht die Konkurrenz aus Wolfsburg – das war das Ende der Hamelner Automobilindustrie.

Die in der jüngsten Geschichte wohl bedeutendste Wirtschaftsnachricht war jene im Jahr 2005 über den Verkauf des BHW. Am 25. Oktober 2005 titelte die Dewezet: „Postbank: BHW-Verkauf ist perfekt“. Einen Tag vor allen anderen Medien wusste die Tageszeitung im Weserbergland Bescheid – im Übrigen sehr zum Missfallen der BHW-Vorstandsetage. Doch wenn es um Hamelns Arbeitsplätze geht, hört die Dewezet auch ganz spät abends noch das Gras wachsen …

Die Dewezet – in Wirtschaftssachen immer am Ball

Früher war es die Weser, die für die Region Hameln Lebensader und Wirtschaftsraum zugleich war. Heute sind es die Firmen, deren guter Ruf im Weserbergland, in Deutschland und sogar auf der ganzen Welt erklingt.

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