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Auch Essen und Trinken gibt's satt / Zwei Neueröffnungen geplant

Mühe lässt's in Luhden "kesseln": Schlachterei stillt den Info-Hunger

Luhden (sig). Herrliches Wetter, Besucher ohne Ende und viel Lob - mehr konnte Paul Mühe bei dem von ihm und seinem Betrieb ausgerichteten "Kesselfest" nicht erwarten. Etliche Stunden schien es so, als gäbe es kein anderes Ziel in Luhden und Umgebung. Per Auto, Fahrrad oder auch zu Fuß strömten die Gäste herbei. Es waren weit mehr als vor zwei Jahren bei der ersten Veranstaltung dieser Art, bei der über 1200 Besucher gezählt wurden.

veröffentlicht am 13.09.2006 um 00:00 Uhr

Während Beate Busch aus Luhden den Ritt auf dem Bullen übt (Foto

Natürlich reizte das Riesenangebot des "Kesselfestes". Aber viele Besucher wollten einen Blick hinter die Mauern werfen. Wie wird dort ausgesuchtes Fleisch zu Wurst verarbeitet? Welche Gewürze werden verwendet? Mit Staunen sahen sie, mit welchen modernen Maschinen dort gearbeitet wird. Mit programmierten und automatisierten Arbeitsschritten wird gebraten, gekocht, gegart und geräuchert. Aber für die jeweils richtigen Zutaten für die rund 120 Wurstsorten sorgt immer noch der Mensch. Er sucht auch das Fleisch aus, das zu herzhaftem Daumenfrühstück verarbeitet wird. Das Trio Paul Mühe - sein gleichnamiger Sohn und Produktionsleiter sowie dessen Bruder Jens als Verkaufsleiter - kümmert sich nicht nur um die Führung des Unternehmens. Auch über neue Geschmackrichtungen macht man sich Gedanken. Ein Beispiel dafür ist die 2005 auf den Markt gebrachte Leberwurst mit geriebenen Tomaten. Zum Renner wurde auch die geräucherte Schaumburger Leberwurst mit größeren Fleischstückchen im Naturdarm. Aus südlichen Landen stammt das Rezept für die Tiroler Jagdwurst. Niemals hatten sich die an den Führungen teilnehmenden Kesselfest-Teilnehmer vorgestellt, welch ein Arbeitsaufwand bei Mühe mit der Herstellung eines Knochenschinkens verbunden ist. Da gibt es beim Fleisch Messungen des ph-Wertes. Danach wird der Schinken über Monate hinweg immer wieder mit Meersalz eingerieben, bevor er in die Klimakammer kommt und dort mehrere Klimazonen durchläuft. In dieser Reifephase wird er mit Schmalz bestrichen, das den Geschmack intensiviert und das nach einiger Zeit wieder entfernt wird. In der Regel dauert es 13 Monate, bis dieser Gaumenspaß dann in den Verkauf gelangt. Zu den Geschäften in Luhden, Obernkirchen und Bückeburg dürften in absehbarer Zeit zumindest weitere zwei hinzukommen. Entsprechende Pläne bestehen für Stadthagen und Rinteln, verriet der Seniorchef. Auch am Produktionsstandort sind Investitionen geplant. Unter anderem soll die Wurstküche erweitert werden.

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