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Vor Gericht: Abenteuerliche Trunkenheitsfahrt

Motorroller den Berg nur hochgeschoben?

Rinteln (maf). Nach einer kuriosen Fahrt mit einem Motorroller ist ein 19-jähriger Auszubildender nun vom Vorwurf der Trunkenheit im Verkehr freigesprochen worden. Der alkoholisierte Rintelner (1,55 Promille) hatte zunächst gegenüber zwei Polizisten die Trunkenheitsfahrt zugegeben, später bestritt er aber, den Roller überhaupt geführt zu haben.

veröffentlicht am 23.01.2008 um 00:00 Uhr

Im August vorigen Jahres fuhr der Angeklagte mit seinem Motorroller nach Barntrup und besuchte dort ein Schützenfest. Am Abend fiel er in einen Bach, war entsprechend durchnässt und frustriert und fing dann offenbar an, auf dem Fest zu trinken. Mit einem Bekannten (16) verließ er in den frühen Morgenstunden den Veranstaltungsort und ging zu seinem an einer Schule abgestellten Roller. Als die beiden wenig später auf einer abschüssigen Straße unterwegs waren, rollten sie mit dem Fahrzeug direkt einer Polizeistreife in die Arme. Am Steuer befand sich der Bekannte, der Angeklagte saß auf dem Rücksitz. Dann flüsterte der 16-Jährige dem Auszubildenden zu, er habe gar keinen Führerschein. Den Polizisten erzählte der Angeklagte daraufhin, er selbst sei die Straße bergan gefahren, oben habe es einen Fahrerwechsel gegeben und sein Bekannter sei den Berg hinunter gerollt. DerRintelner musste mit zur Blutprobe und auch gleich seinen Führerschein abgeben. Vor Gericht sagte der 19-Jährige jetzt: "Ich bin nicht gefahren, eindeutig!" Gegenüber den Polizeibeamten habe er nur deshalb zugegeben, er sei gefahren, weil er mit dieser Behauptung seinen führerscheinlosen Kumpel decken wollte. Und sein Kumpel assistierte: Der Angeklagte habe den Roller mit laufendem Motor und eingeschaltetem Licht nur den Berg hoch geschoben. "Die haben uns hier viel erzählt, aber wir können es ihm nicht sicher nachweisen", resümierte Richter Christian Rost und sprach den Rintelner frei. Nun darf der junge Mann wieder fahren.

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