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Um 4 Uhr treten die Wachmänner ihren Dienst an / Auch andere arbeiten schon vor der Öffnung

Morgens hinter den Kulissen der Stadt-Galerie

Hameln. Wenn Oliver Robertson und Sufyan Mohamad die Stadt-Galerie betreten, ist es noch dunkel, und sie sind allein. Beide beginnen morgens um 4 Uhr ihren Dienst als Wachmänner. Bevor das Einkaufszentrum seine Türen für die Kunden öffnet, tut sich einiges hinter den Kulissen. Wir haben uns umgesehen.

veröffentlicht am 15.07.2008 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 08.02.2013 um 14:46 Uhr

Autor:

Monika Dietz

Mit Taschenlampe und Funkgerät sind die beiden Männer ausgerüstet. Außerdem führen sie ein Wächter-Kontroll-System mit, das alle Kontrollgänge der Wachmänner mit sämtlichen Daten aufzeichnet. Im Außenbereich der Stadt-Galerie drehen sie ihre erste Runde. 4.45 Uhr: Robertson und Mohamadöffnen bis 6 Uhr rund 50 Türen für das Reinigungspersonal. "Wir laufen den Haupt-Personaleingang und den kompletten Innenbereich ab", erklärt Robertson, der Chef. "Wenn wir nur eine einzige Tür vergessen würden, könnten eventuell Geschäftsinhaber vor den Öffnungszeiten nicht in ihr Geschäft." Die Gänge hinter der Ladenstraße sind einheitlich grau und verwinkelt. Es wirkt hier trotz der kleinen Hinweisschilder etwas unheimlich. "Am Anfang habe ich auch Zeit gebraucht, bis ich mich zurechtgefunden habe", gesteht Robertson. "Wir gucken hinter jede Tür und auf jeden Gang", sagt der Wachmann. Alles ist mit Bewegungsmeldern gesichert. Es sei auch schon vorgekommen, dass Ladeninhaber über den Bewegungsmelder einen Alarm ausgelöst haben, weil sie einen falschen Gang benutzt haben. Wenn eine Lampe defekt ist oder eine Tür sich nicht richtig öffnen lässt, hält dies Robertson in seinem Protokoll fest. Diese Meldung erhält dann der Hausinspektor. 5.30 Uhr: Das Reinigungspersonal der Firma GFG (Gesellschaft für Gebäudedienste) schwirrt aus, um die Ladenstraßen im Unter-, Erd- und Obergeschoss auf Hochglanz zu bringen. Auch im Parkhaus, in den Büros und im Außenbereich der Stadt-Galerie wird geputzt. "Unser Reinigungspersonal entleert und reinigt die Mülleimer, Aschenbecher, fegt und wischt die Böden, entfernt Grobschmutz und säubert das Mobiliar", erklärt Objektleiterin Gudrun Buchholz. Bis 8.30 Uhr seien sie mit ihrer Arbeit fertig. Die Geschäfte haben ihr eigenes Reinigungspersonal. Verhalten sich die Kunden der Stadt-Galerie eher sauber, oder gibt es viel zu putzen? "Ganz normaler Standard", versichert Buchholz. Was allerdings aufhalte, seien die vielen Kaugummis, die täglich mit dem Spachtel und einem Lösungsmittel entfernt werden müssen. 6 Uhr: Die ersten Lkw fahren an die Laderampe und liefern die Ware für sämtliche Geschäfte an. Teilweise haben die Fahrer eigene Schlüssel, um die Waren direkt ins Geschäft zu bringen. 6.45 Uhr: Mit dem Scheuerautomaten fährt Marc Rathkamp durch die Ladenstraße. Während die Maschine Wasser auf den Boden spritzt, reinigen Bürsten die Oberfläche. Zuletzt wird alles abgesaugt, und es blinkt tipptopp. "Alles mit der Hand zu wischen, wäre zu arbeitsaufwendig", erklärt Gudrun Buchholz. 7.20 Uhr: Die drei von der Backstube Siebrecht sind schon fleißig, und es duftet köstlich: Sabrina Kroll, Heidi Wienecke und Nina Corbach backen Rohlinge, räumen die Theken mit Ware ein, bringen Preisschilder an, belegen Brötchen und machen Bestellungen fertig. "Ab 6 Uhr sind wir da, und um 8 Uhr beginnt der Verkauf", erklärt Nina Corbach. 7.30 Uhr: Elvira Gruber putzt im Eingangsbereich der Stadt-Galerie die Information, alle Ecken, in die eine Scheuermaschine nicht reinkommt, und die Fahrstühle. Als erstes wischt sie morgens immer auf dem Parkdeck den Bereich rund um die Kassenautomaten. "Es ist schön hier, wir vertragen uns, und die Chefinnen sind auch lieb", sagt Gruber. "Da steht man morgens gerne auf", verkündet sie mit einem Lächeln. 7.40 Uhr: Vor der Stadt-Galerie hebt Ralf Siegmonzek mit einer Greifzange Müll vom Boden auf. "Von 5 bis 8 Uhr reinige ich den Außenbereich und die Parkdecks", so der Angestellte. Während der EM habe es viele Glasscherben gegeben, aber sonst gehe es. 7.55 Uhr: Die ersten Kunden warten schon vor der Stadt-Galerie. Jetzt schließt Sörn Rehberg die Türen auf. Mit einem freundlichen "Guten Morgen" lässt er sie herein. "Um Punkt 8 Uhr garantieren wir, dass alle Türen und das Parkhaus auf sind", sagt der Haustechniker. Den Slogan der Stadt-Galerie glaubt man ihm sofort: "hell, sicher, sauber und stets freundlich". Besonders beeindruckt habe ihn am Anfang die Klimaanlage in der Stadt-Galerie, verrät Rehberg. Mit 1,5 Metern Länge und drei bis vier Metern Höhe wie Breite sei sie schon wuchtig. "Wenn man sie anschmeißt, hat sie eine immense Kraft, die man hört, sogar der Estrich vibriert", schwärmt der Haustechniker. Bisher haben hauptsächlich Lebensmittelläden geöffnet, bis 9.30 Uhr müssen alle anderen Geschäfte der Stadt-Galerie folgen 8.10 Uhr: Hausinspektor Frank Jäger hat in seinem Büro bereits die PCs eingeschaltet und erhält einen Anruf vom Haustechniker: Auf der Thiewallbrücke hänge ein Hinweisschild für die Stadtgalerie, die Beleuchtung dafür funktioniere aber nicht. "Ich kümmere mich darum", verspricht Jäger. Dass gerade Zollbeamte im Haus sind, weiß der Hausinspektor auch schon: "Sie kontrollieren die Arbeitsbedingungen des Personals. Ich unterstütze die Behörden immer." Wieder klingelt das Telefon: Am Freitag sei die Reinigung der Rolltreppe vorgesehen. "Dafür leihen wir uns spezielle Geräte aus", erklärt der Hausinspektor. Und was passiert, wenn mal der Strom ausfällt? "Wir können die Stadt-Galerie für einen Tag mit Notstrom am Leben erhalten", erklärt Frank Jäger, der heute noch einiges vor sich hat: Sein Feierabend beginnt erst um 20 Uhr.



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