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"Nur Mischgebiet macht Barriere unnötig"

"Monster-Mauer"? Dann sagt Edeka Nein zum Neukauf

Bad Eilsen (tw). Das mit Spannung erwartete Schallschutz-Gutachten, von Professor Dr. Klaus Beckenbauer (Bielefeld) im Edeka-Auftrag erstellt, ist fertig. Das fünf Seiten starke Papier liegt seit gestern der Gemeinde, aber auch der Landes-Zeitung vor. Kernaussage: "Behält das Allgemeine Wohngebiet in Nachbarschaft des geplanten Neukauf-Marktes seinen bisherigen Status", so Andreas Stegemann, Geschäftsführer Edeka-Miha, "wäre an der Westseite des Parkplatzes eine 55 Meter lange und - über Platzniveau - 1,8 Meter hohe Lärmschutzwand nötig".

veröffentlicht am 16.08.2006 um 00:00 Uhr

Im rückwärtigen Bereich des Marktes sei dagegen kein spezieller Schallschutz erforderlich - dort wirke der Baukörper der Leergut-Annahme Lärm absorbierend. Besagte "Monster"-Mauer jedoch wäre laut Stegemann "als Resultat aus dem derzeitigen Baurecht für den Kurort aber auch die Kunden optisch eine Katastrophe". Und das um so mehr, als sie geradezu eine Einladung an Graffitisprayer darstelle. Kommt hinzu: Besagte Wand müsste auf einer bis zu 2,50 Meter hohen Böschung postiert werden. Vom tiefsten (Kreuzungs-)Punkt aus betrachtet, hätte die Gesamt-Barriere damit eine Höhe von 4,30 Meter. Stegemann auf Nachfrage der Landes-Zeitung: "Wird man uns nur diese Möglichkeit lassen, werden wir auf den Bau des Marktes verzichten." Allerdings gebe es eine Alternative, die das Errichten des Neukaufs - ohne Lärmschutzwand - erlaube. "Das Allgemeine Wohn- müsste in ein Mischgebiet umgewandelt und der B-Plan entsprechend geändert werden", so der Miha-Geschäftsführer. Ein Mischgebiet sei das Areal in der Nachbarschaft "tatsächlich" schon seit langem - nur sei es in der Vergangenheit versäumt worden, den B-Plan der Realität anzupassen. Für die Eigentümer der betroffenen Grundstücke sei die Status-Änderung von Vorteil, denn: "Nach der Initialzündung, die der Bau des Marktes auslösen wird", ist Stegemann überzeugt, "kann sich auf den (Mischgebiets-)Flächen im Zentrum auch anderes Gewerbe frei entwickeln". Weiterer Punkt im Beckenbauer-Gutachten: "Um die Steigung des Fahrweges zu vermeiden, ist die Ein-/Ausfahrt der Pkw - abweichend von den bisherigen Berechnungen - von der West- auf die Nordseite verlegt worden", schreibt der Professor. Besagte Zufahrt soll damit von der Stichstraße erfolgen, die auf den Bahnhof zuführt. Stegemann ergänzend: "Die An- und Abfahrt der Zuliefer-Lkw ist nunmehr über die Arensburger Straße und nicht wie zunächst geplant über Heeßen vorgesehen." Derweil hat Edeka die Bedenken, die Udo Zemella von der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg beim jüngsten Behördengespräch im Stadthäger Kreishaus geäußert hat, aufgegriffen. Wie berichtet, hatte Zemella die "nur" 2,50 Meter breiten Stellplätze moniert. Stegemann: "Speziell für Kunden, die mit einem Van (Kleinbus) anreisen, werden wir Komfort-Stellplätze mit 2,70 Metern Breite vorhalten." Die im Behördengespräch gleichfalls in die Diskussion gebrachte Trinkwasserleitung, die das Areal tangiert, könne dagegen an Ort und Stelle verbleiben. Ob der Bau eines Regenrückhaltebeckens nötig sei - oder nicht - werde ein Gutachten klären. Stegemann abschließend: "Den Markt von 1100 auf 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche zu erweitern, ist derzeit nichts als eine Option. Wir haben sie nur ins Konzept aufgenommen, um den Bad Eilser Neukauf nicht eines Tages, wenn der Wettbewerb größere Flächen erfordert, mangels ,Freiraum' wieder schließen zu müssen."

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