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Sechstklässler aus Hauptschule und Gymnasium machen zusammen Musik

Monochord - eine Saite, großer Klang

Rinteln (cok). Ein Monochord ist ein Zupfinstrument mit einer Saite, dieüber einen hölzernen Resonanzkörper gespannt ist. Wie man damit Musik macht, auch wenn man sonst gar kein Instrument spielen kann, das hat Musiklehrer Sven Rundfeldt vom Gymnasium Ernestinum den Schülern der Hauptschulklasse 6 a gezeigt. Mit dabei hatte er seine eigenen Sechstklässler - und so entstand eine ungewöhnliche, schulübergreifende Musikstunde.

veröffentlicht am 12.05.2007 um 00:00 Uhr

"Sing mit mir, spiel mit mir": In einer schulübergreifenden Musi

Während die Hauptschüler erst mal ausprobierten, wie der Ton nicht nur durch den Raum, sondern auch durch den ganzen Körper schwingt, warteten die Gymnasiasten aus der 6/2 geduldig ab, bis es für sie so weit sein würde, ihr einstudiertes Lied zu singen, für das die Monochord-Begleitung ja erstnoch eingeübt werden sollte. Auch für totale Musikanfänger war das mit dem uralten Instrument, das bereits die griechischen Philosophen für Tonuntersuchungen benutzten, kein Problem. Durch Niederdrücken der Saite entstehen beim Zupfen neue Töne, und damit man an der richtigen Stelle drückt, hat das Monochord an seinem Holzkörper Querrillen, in die man ein Stäbchen einfügt. In vier Gruppen eingeteilt, die Stäbchen unterschiedlich gesteckt, so erklang mit ein wenig Übung eine vierstimmige Musik. Im richtigen Rhythmus war sie die Untermalung für das Liedchen "Sing mit mir, spiel mit mir!", das die Gymnasiasten beitrugen. "Ihr habt in 20 Minuten gelernt, wofür man in den fünften Klassen sonst zwei Stunden braucht", lobte Sven Rundfeldt. "Es gibt Erwachsene, die haben in ihrem ganzen Leben noch niemals vierstimmige Musik gemacht!" Für seine musikalische Lektion bekam er Blumen überreicht und für seine Schüler eine riesige Packung Schokolade. "Und was kriegen wir?", fragten die Hauptschüler. "Ihr habt eine schöne neue Erfahrung gemacht", meinte Musiklehrerin Nicole Schütte - und das stimmte ja auch. Sie hatte an einer Musikfortbildung mit Sven Rundfeldt teilgenommen, wo Monochorde mit ihren Möglichkeiten für den Musikunterricht vorgestellt wurden. "Ich hoffe, dass wir bald einen Klassensatz anschaffen können und dafür Sponsoren finden", sagt sie. "Der Unterricht ist oft viel zu theoretisch - und man sieht ja, wie viel Spaß es den Schülern macht, wenn sie etwas so Sinnliches tun können wie Klänge erzeugen." Dass Hauptschüler und Gymnasiasten etwas zusammen machen, ist zwar nicht gerade Schulalltag, aber durch die Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag finden sich in den letzten Jahren häufiger Schüler aus den unterschiedlichen Schulformen zusammen.



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