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American Drama Group Europe und TNT Theater faszinieren mit "Hamlet"

Mörderischer Spaß vor dem Schloss

Bückeburg. Das Wiedersehen mit den Künstlern des TNT Theatre Britain und der American Drama Group Europe vor dem Schloss ist diesmal kühl und regnerisch ausgefallen. Daran vermochten bei der "Hamlet"-Aufführung weder gut aufgelegte Darsteller noch Sängerinnen, Komödianten oder das zahlreich herbeigeströmte - vorwiegend jugendliche - Publikum etwas ändern.

veröffentlicht am 14.06.2008 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Shakespeares "Hamlet" gehört nach wie vor zu den größten und beliebtesten Herausforderungen der Schauspielhäuser. In kaum einem anderen Stück ist es möglich, soviel hineinzulesen. Jede Generation sucht sich darin zu erkennen und legt das Werk für sich selbst aus. Wenn die Tragödie vom Dänenprinzen obendrein vor einem Schloss-Ambiente gezeigt wird, kann leicht ein besonderer Abend daraus werden. Paul Stebbings Inszenierung und die Musik von Thoms Johnson waren ganz dazu angetan, denn sie ließen an Melodramatik wahrlich nichts zu wünschen übrig. Nur Petrus machte leider einen so dicken Strich durch die Rechnung, dass die Rezensentin ziemlich durchnässt die ansprechende Aufführung vorzeitig verlassen musste. Fest stand aber sehr schnell: Kein spektakulärer Krimi und auch kein Grübeldrama gingen dort über die Bühne. Der Regisseur rückte Worte und Sprache in den Vordergrund und setzte in seiner Einstudierung voll auf die Akteure und deren vielseitige Gestaltung. Und der Inszenator lag damit richtig, denn es gab niemanden, der sich nicht gut aus der Affäre um Mord und Missgunst gezogen hätte. Besonders schnell gewann der junge Richard Keightley als Hamlet, Rächer eines verrotteten Staates, interessantes Profil. Seine verzweifelten Beziehungen zu der geliebt-gehassten Mutter (Natalia Campbell) und zu Ophelia (Sophie Franklin) reiften zu dichten Studien. Zwischen all den Alpträumen und Gemetzeln, zu denen nicht unerheblich König Claudius (Richard Clodfelter) beitrug, stellten sich immer wieder ein paar lustige Aufhellungen ein, weil die Protagonisten schnell in unterschiedliche Rollen schlüpften und auf diese Weise zwischendurch für Späße sorgten. Bleibt nur zu hoffen, dass Petrus im nächsten Jahr besser gelaunt sein wird.



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